Kommentiert: Dem Gewissen verpflichtet

Kommentiert: Dem Gewissen verpflichtet

Abweichler in der CDU sind nicht allein ein Problem der Bundestagsfraktion; auch die Roetgener Christdemokraten hat es nun erwischt.

Die drei Ratsvertreter, die die Fraktion verlassen, sind in der für kleine politische Erdbeben schon immer bekannten kleinen Gemeinde Roetgen bei ihrer Entscheidung ebenso ihrem Gewissen verpflichtet wie die Griechenland-Kritiker in Berlin.

Es ist auch eine Gewissensfrage, wie die Roetgener Abweichler nun mit ihrem Mandant umgehen werden, das sie auch vom Wähler erhalten haben, weil sie für die CDU angetreten sind und nicht für irgendeine eine bunte Gruppierung oder Splitterpartei.

Der Bruch in der Roetgener CDU-Fraktion ist aber auch ein Beispiel für den schwierigen Versuch, Basisdemokratie statt Fraktionszwang zu praktizieren. Wenn, wie bei der Nominierung des CDU-Bürgermeister-Kandidaten vor sechs Monaten, zunächst neun(!) Bewerber, dann vier und schließlich zwei am Wahlabend selbst antreten, dann ist dies auch ein Spiegelbild dafür, wie strömungsaktiv das Fahrwasser derzeit in der Roetgener CDU ist.

So ist der Schritt der drei Abweichler auch letztlich nur eine Reaktion mit Ansage und 30 Tage vor der Bürgermeisterwahl ein Bekenntnis mit gezielter Berechnung. Und dem neuen Bürgermeister darf man schon jetzt viel Geduld und eine glückliche Hand mit den neuen Mehrheitsverhältnissen in Roetgens Rat wünschen.

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