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Nordeifel: Knöllchen nicht auf die lange Bank schieben

Nordeifel : Knöllchen nicht auf die lange Bank schieben

Das ist fast jedem schon einmal passiert: Man fährt Auto, ist nicht ganz bei der Sache und plötzlich wird es ganz hell: Die mobile oder stationäre Kamera des Kreises Aachen hat zugeschlagen.

Man ist erwischt worden und wartet voller Ungeduld auf Post vom Kreis Aachen. Wie schnell war ich? Wie teuer wird es diesmal?

Auch einen Bürger aus Simmerath erwischte es vor einigen Monaten. Am 9. August um 18.12 Uhr war es auf der B266 in Einruhr, Abzweigung Erkensruhr, soweit: Statt der vorgeschrieben 50 km/h stellte das Messgerät „SpeedPhot” (abzüglich Toleranz) eine gefahrene Geschwindigkeit von 60 km/h fest.

Das ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit eine Geldbuße in Höhe von 10 Euro belegt.

Wer innerhalb von einer Woche zahlt, schafft die Sache aus der Welt. Wer die schriftliche Verwarnung allerdings zunächst einmal auf die lange Bank schiebt und der Idee verfällt, sich vielleicht zunächst einmal anmahnen zu lassen (wie es bei Rechnungen ja vorkommen soll), hat sich beim Kreis Aachen schwer verrechnet.

Bußgeld statt Verwarnung

Wenn innerhalb von einer Woche nicht gezahlt wird, dann wird aus der Verwarnung automatisch ein Bußgeldverfahren.

Gleiches gilt im übrigen auch, wenn der Bürger von der Möglichkeit der schriftlichen Anhörung Gebrauch macht: Werden die Argumente des Temposünders vom Kreis niedergeschlagen, dann folgt ebenfalls ein Bußgeldverfahren.

Dieser Ablauf ist offenbar noch nicht allgemein bekannt. Der oben erwähnte Autofahrer aus Simmerath erhielt zwei Monate nach der kleinen Tempoüberschreitung vom Kreis Aachen einen Bußgeldbescheid. Neben den 10 Euro für die Tempoüberschreitung kamen jetzt noch einmal 20 Euro Verfahrenskosten und 5,60 Euro Auslagen (für die Postzustellungsurkunde) hinzu - unter dem Strich also stolze 35,60 Euro.

Der Kreis Aachen berechne sich bei einem Bußgeldbescheid nur die „tatsächlichen Kosten”, betont Leo Cloots von des Pressestelle des Kreises Aachen. Dass es in der Regel wenig Sinn macht, gegen ein Tempo-Knöllchen vorzugehen, wissen die meisten Autofahrer ohnehin. Leo Cloots: „In der Regel wird sofort gezahlt und eine Anhörung ist selten.”

Jener Autofahrer aus Simmerath, der über den Bescheid nicht schlecht staunte, aber konnte glaubhaft machen, dass er noch kein Schreiben des Kreises zuvor erhalten hat. Also versprach die Behörde, ihm die 20 Euro Verfahrenskosten zurückzuzahlen.