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Roetgen: Kloster wird zum Schulzentrum

Roetgen : Kloster wird zum Schulzentrum

Die Handwerker müssen tüchtig heran, um das Werk bis zum Jahresende zu schaffen. Ihr Auftrag: Das alte Kloster St. Elisabeth an der Hauptstraße in Roetgen in eine moderne Schule umzubauen.

Nach den Sommerferien Anfang September soll die Klasse 5 bereits einziehen, bis zum Jahresende werden dann die anderen Klassen folgen.

In St. Elisabeth wird die Privatschule Conventz einziehen und dort ein kleines Schulzentrum einrichten, das gleichsam mehrere Schulen unter einem Dach vereint: Die Kinder und Jugendlichen werden auf den Haupt- und Realschulabschluss vorbereitet, auf die Fachoberschulreife und auf das Abitur. Jetzt noch hat Andreas von Oettingen aus Roetgen die Abiturprüfung bestanden.

Gebäude Greppstraße ist zu klein

Die Privatschule Conventz, die erste staatlich anerkannte private Ergänzungsschule im Kreis Aachen, braucht mehr Platz als das Gebäude an der Greppstraße bieten kann.

So bietet das große Haus an der Hauptstraße den idealen Standort für Schule. In dem dreistöckigen Haus ist genug Platz, um neun große Klassen einzurichten, dazu kommen noch Studierzimmer, dort hin können die Schüler/innen sich zurückziehen, wenn sie einmal in großer Ruhe lernen wollen. Das Haus unter dem großen Schieferdach hat auch noch Platz für Konferenzräume und die notwendigen Büros.

Das Kloster St. Elisabeth prägt den Ortskern in Roetgen nachhaltig, im dem großen Haus selbst wird ein Stück Roetgener Dorfgeschichte lebendig: Ende Oktober 1927 legten die Ordensschwestern der Cellitinnen aus Köln dort den Grundstein für ein neues Kloster, dort sollten alte Menschen aus der Bürgermeisterei Roetgen und Zweifall aufgenommen und versorgt werden. Außerdem sollten die Schwestern sich um die Jugendpflege kümmern. Im Juli 1929 war das Kloster bezugsfertig, die Schwestern begannen mit der Altenpflege.

Lazarett im zweiten Weltkrieg

Gleichzeitig war das Haus ein modernes Erholungsheim für Kinder: Es gab sogar einen Kindergarten mit Mittagsbetreuung. Auch Kranke wurden im Kloster gepflegt, von 1941 war es sogar zusätzlich ein Entbindungsheim. Im zweiten Weltkrieg diente das Kloster als Lazarett für verwundete deutsche und amerikanische Soldaten.

Nach dem Krieg konnten die Cellitinnen sich dann wieder den ursprünglichen Aufgaben widmen. Im Jahr 1978 übergab der Orden das Kloster dem Caritasverband Essen, der dort ein Ferien- und Erholungsheim einrichtete. Im September 1991 übernahmen dann die Legionäre Christi das Kloster St. Elisabeth, um darin vor allem Novizen auszubilden. Aus Platzgründen mussten die Legionäre das Haus verlassen, sie sind 1995 nach Bad Münstereifel gegangen.

Schule auf drei Etagen

In dem alten, historischen Haus wird bald wieder das Leben sprühen, aus dem Kloster und Erholungsheim wird ein Schulzentrum: Die Privatschule Conventz hat Haus und Hof, zusammen 3500 Quadratmeter groß, erworben. Auf den drei Etagen des Hauses (jede Etage hat eine Fläche von 250 Quadratmetern) werden die notwendigen Klassen und Nebenräume eingerichtet, mit den Bauarbeiten wurde bereits begonnen.

Zunächst wird die neue Klasse 5 in einem Nebenhaus untergebracht, dort wird später dann der Mittagstisch der Kinder und Jugendlichen eingerichtet. Die Privatschule Conventz ist eine „echte Ganztagsschule”, an der auch am Nachmittag unterrichtet wird Unterrichtet wird in der Woche von 9 bis 16 Uhr, freitags dann von 9 bis 13 Uhr.

Ziel: 180 Schüler

Für die neue Klasse 5 liegen sechs Anmeldungen vor. Mit dem Umzug aus der Greppstraße in die „neue” Schule im alten Kloster kann die Privatschule auch an ihrem Ziel arbeiten: die Zahl der Schüler von derzeit 50 auf 180 zu erhöhen. Finanziert wird die Schule über das Schulgeld, das, je nach Klasse, zwischen 620 und 770 Euro plus Nebenkosten im Monat liegt. 30 Prozent, darauf verweist Ulrike Conventz, können steuerlich abgesetzt werden.

Zum Grundstück des alten Klosters und der neuen Schule gehört an der Ecke Hauptstraße/Jennepeterstraße auch das Friedenskreuz aus dem Jahr 1945. Das Kreuz wird samt der kleinen Anlage erhalten, versichert Ulrike Conventz.