Monschau: Kleines Wildschwein mit großem Hunger hält Familie in Atem

Monschau: Kleines Wildschwein mit großem Hunger hält Familie in Atem

Das kleine Wildschwein hat mächtig Hunger. Innerhalb von 20 Sekunden ist das 250-Milliliter-Fläschen leer. Anfangs hat das noch länger gedauert, damals passte der Keiler aber auch noch in eine große Hand.

Seit etwa vier Monaten lebt der Keiler jetzt bei Hermann Carl, dem Leiter der Rollenden Waldschule, der das Tier mit der Flasche groß gezogen hat.

Pumba, benannt nach einer Figur aus dem Zeichentrickfilm „Der König der Löwen”, wurde mutterseelenallein in Dürwiss in einer Braunkohlegrube gefunden. Die Feuerwehr war ausgerückt, um sich um das Tier zu kümmern. Die Wehrleute gingen damals davon aus, dass es sich um einen ausgewachsenen Keiler handelt, umso größer war die Überraschung, als sie auf einen zurückgelassen Frischling trafen. Die Försterin der Stadt Eschweiler, Susanne Gohde, nahm das Tier mit und brachte es zu Hermann Carl in die Eifel, der auf seinem Grundstück öfter Jungtiere aufzieht.

Zurzeit tummeln sich dort neben Pumba noch zwei Rehe aus dem vergangenen Jahr. Das Ziel ist es, die Tiere irgendwann wieder auszuwildern, deshalb dürfen sie auch kommen und gehen, wie sie wollen. Der Weg in die Freiheit steht ihnen offen. Noch kommen sie aber immer wieder zurück.

Pumba wird wahrscheinlich für immer bei Hermann Carl und seiner Familie bleiben, das hängt aber auch von seiner Entwicklung ab. Kastriert wurde er schon, weil er sonst unter Umständen später aggressiv wird. „Kein Gehege will ihn haben, dafür ist er schon zu sehr an Menschen gewöhnt, deshalb wird er auch wohl kaum Anschluss an eine Rotte finden. Aber er ist ein Keiler, und die leben ohnehin allein”, erklärt Carl.

„Wir halten uns die Entscheidung, wo Pumba einmal leben wird, noch offen”, sagt Carl. Wenn aber nichts dagegen spricht, wird er wohl in seinem neuen Zuhause bleiben, schließlich ist er allen dort ans Herz gewachsen.

Carls Frau mag der kleine Keiler am liebsten. Bei der Gartenarbeit ist Pumba ständig dabei und verfolgt sie überall auf Schritt und Tritt. Dabei durchwühlt er, wie es sich für ein echtes Wildschwein gehört, jeden Laubhaufen und holt sich, was der Wald zu bieten hat. Das Fläschchen wird er wohl nicht mehr lange brauchen.