Roetgen: Kleines Silicon-Valley an der Roetgener Bundesstraße?

Roetgen: Kleines Silicon-Valley an der Roetgener Bundesstraße?

Die Gemeinde Roetgen will mehr Platz für Gewerbe schaffen. Der Antrag der UWG ist bereits gestellt, Grüne und FDP sind aber dagegegen.

Nachdem ein Antrag der CDU, eine gemischte Baufläche auf der linken Seite der Bundestraße in Richtung Fringshaus zwischen Faulenbruchstraße und Wilhelms-lägerweg im Flächennutzungsplan auszuweisen, gescheitert war, hatte der Leiter des Bauamtes, Dirk Meyer, vorgeschlagen, den Blick wieder auf das schon öfter diskutierte mögliche Gewerbe auf der rechten Seite des Ortsausgangs in Richtung Aachen zu lenken. In diesem Zusammenhang hat die UWG-Fraktion eine Änderung des Flächennutzungsplans beantragt, über die jetzt im Bauausschuss diskutiert wurde.

Helmut Mulorz (SPD) erklärte, auch die SPD wolle schon lange dieses Gewerbegebiet. „Aber das ist alles nicht so einfach.” Deshalb erscheine ihm der Antrag der UWG spontan und populistisch, dennoch solle die Verwaltung „dran bleiben”.

Michael Seidel (CDU) sagte, es sei wichtig zu schauen, ob überhaupt eine reale Verkaufsabsicht der Grundstückseigentümer vorliege und erinnerte daran, dass dies nicht der erste Antrag sei, der sich mit einem neuen Gewerbegebiet befasse.

Franz-Josef Zwingmann (FDP) war „natürlich gegen den Antrag”. In der Vergangenheit seien die Grundstücke im Gewerbegebiet nur schwer zu vermarkten gewesen. „Es ergibt keinen Sinn, ein Gewerbegebiet zu erweitern und unter Einsatz hoher finanzieller Mittel ein solches Gebiet zu erschließen, um dann später diese Grundstücke zu verramschen”, sagte Zwingmann. Außerdem befürchtete er Schaden für den Tourismus. Es schade dem Image, wenn man statt durch das Tor zur Eifel durch das Tor eines Gewerbegebietes in die Eifel komme.

Zwingmanns Ausführungen konnte Bürgermeister Manfred Eis nicht folgen und widersprach heftig. Die Grundstücke in dem bereits bestehenden Gewerbegebiet seien nicht verramscht worden, die Preise seien mit denen in anderen Kommunen vergleichbar gewesen. Außerdem gelte es, die Investitionen langfristig zu sehen. Es würden Arbeitsplätze vor Ort geschaffen und weniger Menschen seien gezwungen zu pendeln.

Günther Severain (UWG) sagte, es gelte neue Gewerbeflächen zu schaffen und Mittel dafür im Haushalt bereit zu stellen, „sonst gehen die Leute nach Imgenbroich oder Simmerath”. Hier könne man auf weitere Einnahmen aus der Gewerbesteuer hoffen. Seine Fraktions-Kollegin Silvia Borceau regte an, „ein kleines Silicon-Valley” in Roetgen aufzubauen. „Wir entwickeln uns, und es ist kein Platz mehr da”, sagte sie. Dabei sieht die UWG das mögliche Gewerbegebiet nicht als Alternative zu einem gemischten Baugebiet zwischen Faulenbrauchstraße und Wilhelmslägerweg, sondern als Ergänzung.

Die Grünen sprachen sich gegen den Antrag aus. In der Gemeinde seien noch reichlich Flächen vorhanden, meinte Christa Heners. „Wir wollen kein Gewerbegebiet links und rechts der Bundesstraße.”

Der Antrag der UWG wurde schließlich mit drei Gegenstimmen (FDP und Grüne) angenommen.