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Aktion eines Imgenbroicher Frisiersalons: Kleine Wünsche am Weihnachtsbaum

Aktion eines Imgenbroicher Frisiersalons : Kleine Wünsche am Weihnachtsbaum

Bereits zum sechsten Mal haben ein Imgenbroicher Frisiersalon und seine Kundinnen und Kunden den jungen Bewohnern der beiden Kinderheime in Monschau sehnliche Weihnachtswünsche erfüllt.

Seit einigen Wochen schon war ein prächtiger Weihnachtsbaum im Frisiersalon „Le Coiffeur“ an der Trierer Straße in Imgenbroich auch von draußen zu bewundern. Am Baum baumelten neben Kugeln und Kerzen auch rund ein Dutzend Weihnachtssterne. Hierauf waren kleine Wünsche notiert, die von den Kunden in den vergangenen Wochen erfüllt wurden. So türmte sich mit der Zeit ein kleiner Berg von Geschenkpaketen auf, die am Samstag, zwei Tage vor Heiligabend, ihre Bestimmung fanden.

Unterstützung vor Ort

Auch in diesem Jahr hatte Friseurmeisterin Katharina Göllnitz zu der Wunschbaumaktion für die jungen Bewohner der beiden Häuser des Agnesheimes in Monschau aufgerufen. Diese hatten ihre Wünsche auf die Sterne notiert, die auch alle in Erfüllung gingen. Zur vorgezogenen Bescherung fanden sich am Samstag zehn Kinder und Jugendliche sowie drei Betreuer der beiden Einrichtungen in der Altstadt im Salon ein.

Elf junge Menschen leben aktuell in der Gruppe „Mühlchen“ in der Eschbachstraße, wo das Stolberger Agnesheim eine zweite Einrichtung in Monschau bezogen hat. Im ehemaligen Pfarrhaus sind seit August 2015 in einem sogenannten Mischkonzept neben sieben Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können, auch zwei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Zwei weitere junge Männer, darunter auch ein zwischenzeitlich erwachsener, geflüchteter junger Mann, leben in einem angegliederten Trainingsappartment, wo sie auf den Wechsel in ein eigenständiges Leben vorbereitet werden, wie Heimleiter Torsten Friedrich-Thomé erläutert.

Einer davon ist der 19-jährige Abdul aus Guinea, der 2015 im Zuge des großen Stroms von Flüchtlingen nach Deutschland gekommen ist und selbst en größten Beitrag zu seiner vorbildhaften Integration geleistet hat: Er lernte Deutsch, schloss Freundschaften zu hier lebenden Menschen, schloss sich einem Fußballverein an und hat nun seit einigen Wochen sogar eine Ausbildungsduldung und eine Lehrstelle bei der Firma Henn in Simmerath.

Die Wohngruppe „Mühlchen“ setzt auch weiterhin auf das Mischkonzept, wobei in der Städteregion Aachen insgesamt aufgrund eines geänderten Zuweisungssystems deutlich weniger unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ankommen. Das Agnesheim, dessen Heimaufsicht dem Landschaftsverband obliegt und das in kirchlicher Trägerschaft arbeitet, hat indes „seit Jahren keine Probleme, die vorgegebenen Heimplätze zu belegen“, wie Friedrich-Thomé erläutert.

Die Kunden fragen schon

In der zweiten Außenwohngruppe an der Laufenstraße in Monschau, die bereits 2009 bezogen wurde, leben sieben Kinder im Alter zwischen zehn und 16 Jahren. Auch von dort waren am Samstag einige Kinder mit ihrem Erzieher Marc Schumacher zum erfreulichen Anlass nach Imgenbroich gekommen.

Die Kundschaft des Frisiersalons hatte auch in diesem Jahr die notierten Wünsche der Kinder samt und sonders erfüllt. „Die Kunden fragen mittlerweile schon im November nach der Aktion, und wenn der Baum dann steht, sind die Wunschsterne immer ganz schnell weg“, freute sich Katharina Göllnitz, dass die von ihr erdachte Aktion auch zum sechsten Mal so wunderbar lief. Ausdrücklich lobte sie die Bescheidenheit der wünschenden Kinder und Jugendlichen: „Bei ähnlichen Aktionen auch in unserer Region stehen oft sehr teure Wünsche auf den Zetteln; die Kinder aus den Agnesheimen schreiben da bescheidenere Wünsche auf – vom pinken Stoffeinhorn über Kopfhörer bis zum Make-Up“, hat die Friseurmeisterin beobachtet, und Erzieherin Maria Klein pflichtet ihr bei: „Unsere Kinder haben meist sehr schöne Wünsche.“

Neben den Geschenken spendeten die Kundinnen und Kunden von „Le Coiffeur“ auch Bargeld im Zuge der Weihnachtsaktion, was Katharina Göllnitz in ihrer Idee bestätigt. Sie möchte gezielt eine regionale Einrichtung vor Ort unterstützen. „Die Kunden finden es gut, dass sie genau wissen, wo ihre Unterstützung landet.“

Bescherung schon am Tag davor

In beiden Häusern war indes die Bescherung bereits am 23. Dezember. Heimleiter Torsten Friedrich-Thomé: „An Heiligabend fahren einige Kinder zu ihren Eltern, um auch dort Weihnachten zu feiern. Am Tag vorher haben wir deshalb einfach mehr Zeit für diesen schönen Anlass, der auch für unsere Heimfamilie einen der schönsten Tage des Jahres darstellt.“ (hes)

(hes)