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Rollesbroich: Kirche soll der Mittelpunkt bleiben

Rollesbroich : Kirche soll der Mittelpunkt bleiben

Ganz im Zeichen eines denkwürdigen Ereignisses stand Rollesbroich am Samstagabend: dem 50. Jahrestag der Weihe der neuen Kirche.

Eröffnet wurde die Feier mit einem Gottesdienst unter Mitwirkung des Musikvereins Harmonie Rollesbroich und des Lammersdorfer Kirchenchores. Zelebriert wurde er von Dechant Dr. Hermann van Gorp, Diakon Friedrich Wilhelm Grewe und Pater Roland Bramkamp, der nach dem Tod von Pfarrer Josef Zitzen viele Jahre hindurch hier mit den Gläubigen die hl. Messe gefeiert hatte.

Hand- und Spanndienst

Im Anschluss an die Kranzniederlegung am Ehrenmal versammelte sich die Gemeinde mit ihren Gäste im Pfarrheim zu einer gemütlichen Feier.

In seiner Ansprache würdigte Wilfried Bongard, Mitglied im Leitungsteam des Rollesbroicher Pfarrgemeinderates, zunächst die Verdienste von Pfarrer Otto Voss. Er habe durch sein Engagement den Wiederaufbau der Kirche erst möglich gemacht. Er dankte aber auch allen, die durch ihre Spenden sowie durch Hand- und Spanndienste zum Neubau der Kirche beigetragen hätten. Obwohl damals viele selbst noch unter den Folgen des Krieges gelitten hätten, sei die Hilfsbereitschaft groß gewesen. Da habe es auch keine Rolle gespielt, dass der eine oder andere vom Baustil anfangs nicht gerade begeistert gewesen sei.

Den Menschen im damaligen Rollesbroich sei es wichtig gewesen, wieder eine eigene Kirche zu haben. Auch heute habe sie von ihrer Bedeutung nichts verloren. „In unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, einen Platz für Ruhe und innere Einkehr zu haben”, betonte Wilfried Bongard. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Kirche auch in Zukunft Mittelpunkt des Dorfes bleibt.”

Besonders bei den älteren Besuchern weckte Willi Gussen mit seinem Lichtbildervortrag so manche Erinnerung. Den Anfang machten einige Bilder aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, bei denen es dem einen oder anderen schon ein wenig wehmütig ums Herz wurde. Dann folgten Aufnahmen des zerschossenen Gotteshauses. Natürlich durfte auch die Notkirche nicht fehlen, die bis 1954 gute Dienste leistete.

Ein Foto vom Ausschachten der Krypta-Fundamente eröffnete die Reihe der Aufnahmen vom Wiederaufbau. Zum Abschluss gab es ein Wiedersehen mit einigen Pfarrern, die im Laufe des 20. Jahrhunderts in Rollesbroich wirkten.

Seit der Weihe am 10. November 1954 hat es in der Rollesbroicher Kirche immer wieder Veränderungen gegeben. Die größte war zweifellos die Umgestaltung des Chorraumes durch Pater Laurentius Englisch. Auch von notwendigen Reparaturen blieb das Gotteshaus nicht verschont. Als vorläufig letzte Maßnahme nannte Wilfried Bongard die Renovierung des Fensters neben dem Marienaltar. Zwar seien die Arbeiten inzwischen abgeschlossen, es fehle allerdings immer noch Geld, um die Kosten zu decken. Man sei also auch weiterhin auf Spenden angewiesen.

So wird auch ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Pfarrchronik der Jahre 1946 bis 1962 in diesen Topf fließen. Und das scheint mehr zu werden als erwartet. Die erste Auflage in Höhe von 60 Stück war bereits vor Beginn der offiziellen Feierstunde vergriffen. Dennoch werden alle, die daran interessiert sind, ein Exemplar erhalten. Bis Ende dieser Woche nimmt Wilfried Bongard, 3852, die Bestellungen entgegen.