KG Roetgen hat mit 66 Jahren immer noch viel Spaß an der Freude

Geburtstag der KG Roetgen : Auch mit 66 Jahren immer noch viel Spaß an der Freude

Große närrische Festivitäten stehen der Karnevalsgesellschaft Roetgen von 1954 im kommenden Jahr ins Haus, die närrische Vereinigung kann ihr „6 x 11“-jähriges Jubiläum feiern. „Das ist nicht alltäglich“, war auf der Jahreshauptversammlung in der TV-Halle zu hören.

Fakt ist aber: Es bedarf auch dringend Reformen, sprich neue Konzepte, will man den Karneval in Roetgen „neu zu beleben“, um am Ende zu „überleben“.

Erst einmal galt es aber, Regularien laut Tagesordnung abzuarbeiten. Vorsitzender Stefan Hunds hieß seine närrischen Freunde willkommen, ehe die 1. Geschäftsführerin, Leonie Keulen, das Protokoll verlas und einen Geschäftsbericht erstattete, in dem positive Aspekte überwogen und mit Lob nicht gegeizt wurde. Die KG war mit zahlreichen Auftritten und einem umfangreichen Programm ordentlich beschäftigt. Immerhin ging es zu insgesamt 40 Verpflichtungen, der Schwerpunkt lag in der Karnevalswoche.

Leonie Keulen hob besonders die Prinzenproklamation der eigenen Roetgener Tollität hervor: Mit Laurin Melms sei der jüngste Prinz der Vereinsgeschichte gekürt worden. Ein wahrer Glücksgriff, wie der stürmische Applaus bei der Vorstellung deutlich gemacht habe. Erst recht mit seinem Lied „Alaaf im Eifeltor“ habe er die Herzen der Roetgener im Sturm erobert.

Das Kinderdreigestirn sei ebenfalls begeistert aufgenommen worden und habe seine Sache gut gemacht. Dem langjährigen Tanzmariechen Jana Naumann sei der Verdienstorden der KG Roetgen verliehen worden. „Wir sind mit dem Ablauf der gesamten Session insgesamt zufrieden“, skizzierte Keulen ein positives Bild und sprach allen, die zum Gelingen einen Beitrag geleistet haben, ein Dankeschön aus.

Zum Bericht des Kassierers Michael Stoeben geb es von den Kassenprüfern Katrin Weber und Bärbel Kühne keinerlei Beanstandungen, so dass eine einstimmige Entlastung erteilt werden konnte. Lobenswert wurde ein hoher Spendenbetrag erwähnt.

Die Aufgabe als Versammlungsleiter für die Wahlen übernahm Fritz Jansen. Auch er attestierte der KG, dass sie „sich gut darstelle“, obwohl sie in den letzten Jahren einiges habe mitmachen müssen. Dass der Vorstand sich „richtig reinhänge“, bringe schöne Erfolge, die nicht zu übersehen seien. Auf Bewährtes sollte man auch weiter setzen, das zeichnete sich bei den Vorstandswahlen ab. Stefan Hunds, Leonie Keulen und Michael Stoeben wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Mit dem Dank für das Vertrauen der Mitglieder sagte Stefan Hunds, dass er diesen Job gerne und mit dem Herzen ausübe. Diesen Worten schlossen sich Keulen und Stoeben an. „Ich freue mich, dass wir drei gemeinsam mit dem erweiterten Vorstand (Programmgestalter Frank Kühnel, Präsident Rainer Hütten, zweiter Vorsitzender Gerd Keulen) unsere Arbeit hier fortsetzen können“, so Stefan Hunds. Er verschwieg nicht, dass das Vorstands-Sextett viele neue Sachen auf den Weg bringen konnte. Man müsse aber nach vorne schauen, das bedeute im Klartext: „Wir brauchen neue, andere Konzepte für die nächsten Jahre.“

Im Hinblick auf das stolze Jubiläum „6 x 11 Jahre“ in der Session 2019/20 seien Reformen unumgänglich. „Wir wollen etwas bewegen und unseren stolzen Geburtstag gemeinsam mit ganz Roetgen feiern“, wünscht Hunds sich. Dazu bedürfe es Anstrengungen, alle unter einen Hut zu bekommen. Was Programmgestalter Frank Kühnel der Versammlung für das Jubiläumsjahr ankündigte, verspricht erneut eine Super-Session, gespickt mit närrischen Aktivitäten vom 11.11.2019 bis zum Aschermittwoch 2020, ehe das Jubiläum mitten im Sommer, vom 19. bis 21. Juni, gesondert groß aufgezogen werden soll.

Für den Fettdonnerstag hat Frank Kühnel bereits ein anderes Konzept erarbeitet, wollte aber die Katze noch nicht aus dem Sack lassen. Sein Versprechen: „Wir werden mit einer guten Programm-Mischung, die Erfolg garantiert, für beste Unterhaltung sorgen.“ Kühnel umriss kurz das Sessions-Programm: 1. Februar 2020: Prinzenproklamation im großen Festzelt; 2. Februar: Frühschoppen; 8. Februar: traditionelle 80er-Jahre-Fete; 9. Februar: Kindersitzung; 16. Februar: Frühschoppen im Festzelt; 20. Februar, Fettdonnerstag: die angekündigte Überraschung; 22. Februar: Hofball; 24. Februar, Rosenmontag: Höhepunkt mit dem Umzug und den neuen Roetgener Tollitäten.

Und wenn es dann im Juni 2020 so richtig heiß wird, nähert sich ein absoluter Höhepunkt, verspricht der Programmgestalter. Udo Jürgens hatte einst festgehalten: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.“ Bei der KG Roetgen, die sich seit 66 Jahren einen Namen gemacht hat, verhält es sich nicht anders. Sie hat „ömmer noch vööl Spaß an de Freud“. Und das soll so weiter gehen. Am 19. Juni wird es einen Sternmarsch geben, einen Tag später ist eine echte „Kölsche Nacht“ angesagt, mit dabei die Mundart-Band „De Klüngelköpp. Kölsch geht es weiter mit der Band „Cat Ballou“. Die Jungs feiern im Oktober ihr 20-Jähriges in der Kölner Arena. Den Jubiläums-Festabschluss bildet am 21. Juni ein Frühschoppen, es finden Ehrungen statt, auch ein großer Festzug durch Roetgen gehört mit dazu.

Den Wunsch aus der Versammlung, wieder „echte, klassische Büttenredner“ nach Roetgen zu holen, dürfte Frank Kühnel darüber hinaus nicht überhört und sicher bereits notiert haben.

(der)
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