Trübung der Talsperre: Kein Trinkwasser mehr vom Perlenbach

Trübung der Talsperre : Kein Trinkwasser mehr vom Perlenbach

Der erste ergiebige Landregen seit fast vier Monaten hat nicht zu einer Entspannung der kritischen Lage um das Trinkwasser aus der Monschauer Perlenbachtalsperre gesorgt.

Im Gegenteil: Die am vergangenen Sonntag gefallenen Regenmengen haben über die völlig ausgetrockneten Zuläufe so viele Trübstoffe in die Talsperre getragen, dass das Werk am Dienstag auch den dritten und letzten Versorgungsbereich vom Netz nehmen musste.

Damit bekommen nun auch die komplette Stadt Monschau und das Rurtal der Gemeinde Simmerath ihr Trinkwasser nicht mehr aus der Perlenbachtalsperre, sondern aus dem WAG-Talsperrenverbund Dreilägerbach-Kalltal-Obersee — so wie zuvor schon Roetgen, Schmidt, Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau und die andere Hälfte der Gemeinde Simmerath.

„Der Pegel unserer Talsperre ist durch den ergiebigen Niederschlag am Wochenende um rund einen Meter gestiegen“, berichtete Gerhard Schmitz, stellvertretender technischer Betriebsleiter und Abteilungsleiter Bau und Planung beim Wasserwerk am Dienstag. Da es zuvor jedoch monatelang nicht „zuflusswirksam“ geregnet habe, hätte der Regen große Mengen Schmutz mitgeführt, wie die turnusmäßigen täglichen Analysen gezeigt hätten.

Über diese unscheinbare Station Auf der Harth bei Lammersdorf, eine sogenannte Druckerhöhungsanlage (DA1) wird seit Dienstag das komplette Trinkwassergebiet des Perlenbachwerks versorgt. Foto: Heiner Schepp

„Wir sehen uns daher gezwungen, in Absprache mit dem Verbandsvorsteher und seiner Stellvertreterin das gesamte Netz umzustellen“, so Schmitz. Um qualitativ und auch quantitativ die Versorgung der Trinkwasserkunden zu sichern, hat der Perlenbachverband 2001 eine Notwasserversorgungsleitung von der Aufbereitungsanlage der Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel (WAG) an der Dreilägerbachtalsperre bis zum Versorgungsnetz des Wasserversorgungszweckverbandes gebaut.

Mit dieser Leitung ist das Wasserwerk Perlenbach in der Lage, bei Ausfall der Talsperre oder in Trockenzeiten Wasser von der WAG und deren oben genannten Talsperren zu beziehen. Dies war bislang aber nur im „Supersommer 2003“ der Fall gewesen. Da 2018 schon seit Januar alle Monate unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen brachten und in den Hochsommermonaten 12 000 statt der üblichen 9000 Kubikmeter Wasser am Tag verbraucht wurden, sank der Pegel der Talsperre vergangene Woche auf den historischen Tiefstand von gut 457 Meter über Meereshöhe. Das Wasserwerk hatte daher am 6. September zunächst einen von drei Bereichen und vergangene Woche den zweiten Bereich auf Notversorgung aus Roetgen umgestellt.

Für Verbraucher nicht spürbar

Seit Dienstag fließt nun auch — für den Verbraucher nicht spürbar — das Roetgener Nass durch die Wasserhähne der Monschauer Haushalte sowie der Simmerather im Rurtal. „Das Wasser wird von unseren Pumpen an der Aufbereitungsanlage in Roetgen hoch nach Lammersdorf gepumpt und dort an der Druckerhöhungsanlage (DA1) in der Nähe des Fernsehturms verteilt“, erläutert Gerhard Schmitz. Der westliche Simmerather Bereich und der Dürener Raum werden über den Hochbehälter Jägerhaus mit Trinkwasser versorgt, Monschau größtenteils vom Hochbehälter Mützenich, wo der wertvolle Rohstoff über eine weitere Druckerhöhungsanlage an der Hatzevennstraße hingelangt.

Gut möglich, dass dieser Zustand der Notversorgung nun noch eine Weile anhält, denn wie meldete Bodo Friedrich von eifelwetter.de für die kommenden Tage: „Die Natur muss vorläufig mit dem auskommen, was ihr der Sonntag an Nässe spendierte.“

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