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Kein Engpass beim integrativen Lernen im Kreis Aachen

Kein Engpass beim integrativen Lernen im Kreis Aachen

Kreis Aachen. Justitia hat gesprochen: Behinderte Schüler haben nach einem aktuellen Beschluss des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts keinen Anspruch auf gemeinsamen Unterricht mit nicht-behinderten Kindern.

Wenn die Kapazitäten der Schulen mit gemeinsamen Unterricht ausgeschöpft seien, heißt es in dem Urteil, müsse der behinderte Schüler auf eine Sonderschule ausweichen.

Trotz dieser Entscheidung sieht Schulamtsdirektor Walter Reuß keine negativen Auswirkungen für den Kreis Aachen, der seit 1995 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen unterrichten lässt. Zum einen sehe das Gesetz ohnehin beide Möglichkeit vor.

Zum anderen statte der Kreis seither „Sonder- und allgemeine Schulen gleichberechtigt mit personellen und sächlichen Ressourcen” aus. Daher stelle sich diese Problematik gar nicht. Reuß: „Es ist immer die Frage, wie die Schulräte mit diesem Thema umgehen.” Im Kreis Aachen zumindest werde das verfassungsmäßig garantierte Benachteiligungsverbot behinderter Menschen „sehr ernst genommen”.

Reuß umreißt die Maxime wie folgt: „Wenn der Wille der Eltern da ist, dass ihr behindertes Kind an einer allgemeinen Schule unterrichtet wird, wollen wir es auch mit allen Mitteln möglich machen.” Es habe noch keinen Fall gegeben, dass ein Kind auf Grund fehlender Kapazitäten an eine Sonderschule verwiesen wurde. Und dies werde auch in Zukunft so bleiben, verspricht Reuß - sofern dies derzeit überhaupt kalkulierbar sei.

Inzwischen werden etwa 450 Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an rund 50 Grund- und neun Hauptschulen im Kreis integrativ unterrichtet. Das sind rund 20 Prozent aller Kinder mit diesem Förderbedarf. Pro Jahrgang stoßen rund 60 weitere Schüler hinzu.