Kammermusik vom Feinsten in der Kirche

Mit Harfe, Fagott, Oboe : Kammermusik vom Feinsten in der Kirche

Die evangelische Kirche in Roetgen bot am Sonntag den passenden Ort für ein erlesenes Kammerkonzert, das den zahlreichen Besuchern eine nicht alltägliche musikalische Reise durch Europa bescherte. Ein wahrer Konzertgenuss, ein guter Repertoire-Mix, angereichert mit Werken alter Meister wie Donizetti, Mozart, Beethoven, aber auch Stücke moderner Komponisten wie Elgar, Quilter, Tourrnier, die in Roetgens bestens ankamen und am Ende drei hervorragenden Künstlerinnen verdienten Beifall bescherten.

Eine erste Kostprobe war der „Liebesgruß“ „Salut d'Amour“ (Edward Elgar), ein schönes, gefühlvolles Entrée, beschwingt interpretiert, so dass erster Beifall aufkam. Donizettis „Andante“ schloss sich an, und die „Variation über Don Juan“ von Mozart erwies sich als frech und frisch. Unverkennbar der „Chor der Brautjungfern“ bei den „Fantasie & Variationen op. 54“, einem Thema aus „Der Freischütz“ (Carl Maria von Weber), bearbeitet von J. E. Brandl, sicher ein Glanzstück des Abends.

Jede Darbietung hatte ihren besonderen Reiz, ein Verdienst des homogenen Ensembles, das sich in die Herzen der Besucher spielte.

So mit „Come away death“ (Komm herbei, Tod) von Roger Quilter, oder mit Mussorgskis „Träne“, einem traurigen Werk, unverkennbar melancholisch. Für die Harfe wie geschaffen „Ètude Concert“ (Marcel Tourrnie), wie Aurore Grailet mit brillantem Spiel dokumentierte.

Im zweiten Teil des Konzertes gelangten Werke wie „Trio op. 22“ von Lalliet und die „Marche funèbre d'une Marionette“ (ursprünglich ein Klavierstück) von Charles Gounod zu Gehör, bei dem sich über eine Marionette lustig gemacht wird. Klassisch, ausgereift das „Adagio“ (Wie lieblich schallt) aus dem Bläsersextett von Ludwig van Beethoven. „Les folies d’Espagne“ von Marin Marais enthält improvisierte und variierte Stücke der europäischen Musikgeschichte, die in Roetgen zu begeistern wussten – dank Aurore Grailet (Harfe), Yvonne Schabarum (Oboe) und Audrey Luzignant (Fagott). Mit ihrem Spiel und ihrem vielseitigen Repertoire, trafen sie genau den Geschmack der Musikliebhaber, die sich mit starkem Beifall für ein außergewöhnliches Konzert bedankten.

(der)
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