Kämmerling: Landesregierung nicht an verträglicher Lösung interessiert

Regenrückhaltebecken in Roetgen : Alternativen stoßen bei Landesregierung nicht auf Interesse

Die von der Gemeinde Roetgen vorgeschlagenen Alternativen zu Regenrückhaltebecken als Hochwasserschutz für Stolberg sind bei der NRW-Landesregierung offenbar nicht auf Interesse gestoßen. Dies hat nun der Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling (SPD) bedauert.

Jüngst wurden Pläne des Wasserverband-Eifel-Rur (WVER) konkreter, ein Planfeststellungsverfahren zum Bau zweier Regenrückhaltebecken auf dem Gebiet der Gemeinde Roetgen einzuleiten, um für Ortslagen entlang der Vicht den Hochwasserschutz zu verbessern. Bezugnehmend auf eine Resolution des Rates der Gemeinde Roetgen hatte sich Stefan Kämmerling mit einer „Kleinen Anfrage“ an die Landesregierung gewandt und wollte unter anderem wissen, wie diese die von der Gemeinde Roetgen vorgeschlagenen Alternativen bewertet und wie die Landesregierung generell zu dem Bau zweier Regenrückhaltebecken als Hochwasserschutzmaßnahme für die Stadt Stolberg stehe. Zu der inzwischen ergangenen Antwort der Landesregierung sagt Stefan Kämmerling (SPD): „Ich bedauere, dass die Landesregierung an einer für die Nordeifel verträglicheren Lösung ausweislich der Antwort offenbar nicht aktiv mitwirken will. Stolberg muss unbedingt vor Hochwasser geschützt werden. Dass die Landesregierung aber so gar kein Interesse an einer verträglicheren Lösung für die Nordeifel zeigt, finde ich schon sehr ernüchternd. Die zuständige Ministerin geht auf die vorgeschlagenen Alternativen so gut wie nicht ein.“

In ihrer Antwort bezieht sich die Landesregierung auf den Hochwasser-Aktionsplan der Bezirksregierung Köln, aus dem hervorgeht, dass ein 100-jährliches Hochwasserereignis allein in der Ortslage von Stolberg Schäden in einer Höhe von rund 25 Millionen Euro verursachen würde. Schon bei einem 5- bis 10-jährlichen Hochwasserereignis würden demnach bereits schadhafte Überflutungen beginnen. In einer Vorstudie des Wasserverband-Eifel-Rur wurden zehn mögliche geeignete Beckenstandorte an Vicht, Hasselbach, Gieschbach und Eigertsief identifiziert. Einer der Standorte lag direkt unterhalb der Dreilägerbachtalsperre im Wald am Wasserwerk Roetgen. Der Studie zufolge könne jedoch nur eine Kombination aus zwei Regenrückhaltebecken einen geforderten Hochwasserschutzgrad sicherstellen.

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