Konzen: Kabarettist Jupp Hammerschmidt startet Soloprogramm in Konzen

Konzen: Kabarettist Jupp Hammerschmidt startet Soloprogramm in Konzen

Kenner seines Könnens trauen ihm ohne weiteres zu, dass er in Anlehnung an den gleichnamigen Filmtitel auf der Bühne auch mit einem Wolf tanzen bzw. einmal beim Tanzen richtig in Fahrt geraten, sich einen solchen holen würde.

Die Rede ist vom Altmeister der „Eifel-Comedy”, Jupp Hammerschmidt, der nach dem Start seines Soloprogramms nun erstmals in der Eifel bei „Achim und Elke” in Konzen gastierte.

Anekdötchen aus Kalterherberg

Zum Namen seines Programms („Der mit der Schleuder tanzt”) erklärte er dem erwartungsvollen Publikum auch gleich die Entstehungsgeschichte. „Costners Kevin” habe eben seiner Zeit bei den Imgenbroicher Filmfestspielen im dortigen Lido, der jetzt der Lidl ist, diesen Eifel-Western präsentiert, der später in den USA nachgedreht wurde. Der Ur-Höfener Hammerschmidt, der zwischendurch immer wieder das liebevolle Verhältnis zu den Nachbarn aus Kalterherberg in seine Anekdötchen einband, konnte dem erstaunten Publikum auch mitteilen, dass eine große Zahl von Dichtern und Denkern in der Eifel ihre Wurzeln hatten.

Als Beispiele seien hier nur das Ferienhaus von Goethe in Widdau erwähnt und der Kalterherberger Möhrendichter Eduard Mörike, dessen Werk „Möhren im Advent” Weltruhm erlangte. Auch hierdurch belegte „Don Jupp” die Stellung des Reservates Eifel als Kulturhochburg und als den Ursprung von Allem.

Die Sitten und Bräuche vergangener Tage wurden von ihm natürlich auch wieder unnachahmlich in Erinnerung gerufen. So erläuterte er detailliert die Rolle des Eierlikörs beim Kränzeflechten vor Fronleichnam, wozu passend zum kirchlichen Feiertag im schönsten Dorf der Eifel (Höfen) auch gerne mal der „Treue Husar” gesungen wurde.

Und dann kam selbstverständlich auch die Wäscheschleuder, die in den 50er-Jahren Einzug in die hiesigen Haushalte hielt und die sich aufgrund ihrer Vibrationen oft als ungestüme Tanzpartnerin von Papa entpuppte, zur Sprache. Jupp Hammerschmidt ließ sie zur Freude des Publikums im Konzener Saal mit ganzem Körpereinsatz erneut tanzen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an Goethes Gedicht: „Wer schleudert so spät durch Nacht und Wind?”

Das begeisterte Publikum konnte dann auch erfahren, dass Hammerschmidt als Kind gelegentlich das Reservat in Kalterherberg besuchte, wo Marie-Luise Sabber wohnte, die das wunderschöne Gedicht von der alten Kaffeemühle geschrieben hatte. Selbstverständlich, dass dies vom Künstler ebenso gefühlvoll vorgetragen wurde, wie Fontanes Werk von einem Höfener Birnenbaum.

Interessant war sicher auch die Lüftung des Geheimnisses, woraus der ehemalige Ersatzkaffee „Muckefuck” bestanden hat: Laut Vater Hammerschmidt aus Mücken (Muck) und Fuchsohren (Fuck). Köstlich schließlich auch die Imitation des Comedians zum Fernsehklassiker von Bernhard Grzimeks Tierwelt in der Serengeti.

Einfühlsam und beinahe Mitleid erregend schilderte er schließlich ausführlich seine pubertären Versuche zu ersten geschlechtlichen Aktivitäten beim Kirmesball. Köstlich! So war es kein Wunder, dass Hammerschmidt bei seinem ersten Soloprogramm (auch von einem anwesenden Kalterherberger) nicht ohne Zugabe und mit viel Beifall verabschiedet wurde.

Der nächste Auftritt in unserer Region findet am 6. Mai im „Bodega” in Imgenbroich statt.