Jedes Kind in Roetgen, Simmerath und Monschau erhält Platz in der Kita

Bedarf steigt weiter : Jedes Kind erhält einen Betreuungsplatz in der Nordeifel

Die Anmeldezahlen für das Kitajahr 2019/2020 sind weiter gestiegen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Städteregion deutlich. Weil mehr Familien nach Monschau, Roetgen und Simmerath gezogen sind – bedingt durch neue Baugebiete und Schließungen von Baulücken – steigen die Kinderzahlen an.

Bis zum 15. Januar konnten Eltern ihre Kinder anmelden. Die gute Nachricht: Alle Kinder können im nächsten Kitajahr, das ab August beginnt, einen Platz in einer Kindertagesbetreuung bekommen. Damit das so bleibt, müssen weitere Maßnahmen erfolgen. Zunächst die Zahlen.

Monschau

Kinder in Monschau, die drei Jahre oder älter sind, müssen sich, wie im laufenden Kitajahr, um ihren Platz keine Sorgen machen. Ab August werden 306 Kinder in dieser Altersgruppe in Betreuung sein. Das sind zwar 24 Kinder mehr als im Vorgängerjahrgang, aber bei einer Gesamtplatzzahl in den Einrichtungen in Monschau von 326 sind noch 20 Plätze frei geblieben. In den kommenden zwei Jahren wird sich die Platzanzahl laut Bedarfsplan nicht weiter erhöhen, die Zahl der Kinder ab drei Jahren wird aber voraussichtlich auch nicht signifikant steigen. Die Versorgungsquote für die beim Einwohnermeldeamt verzeichneten Kinder liegt für das kommende Kitajahr bei 109 Prozent.

Für die U3-Betreuung wurden insgesamt 135 Kinder angemeldet, bei einer Gesamtplatzzahl von 141 scheint der Bedarf zunächst gedeckt. Für die insgesamt 254 Kinder in Monschau unter drei Jahren ergibt sich eine Versorgungsquote von knapp 56 Prozent. Ein genauer Blick auf die Altersgruppen offenbart ein Minus von 15 Plätzen bei den Kindern im Alter von ein bis zwei Jahren. Ab August gibt es zwar drei Plätze mehr im Vergleich zum Vorjahr, dennoch hat sich die Zahl der Fehlplätze um einen erhöht. 38 Kinder wurden insgesamt angemeldet, vier mehr als im laufenden Kitajahr.

Was zunächst etwas erschrecken könnte, weil es den Eindruck erweckt, die Eltern fänden keinen Betreuungsplatz, muss relativiert werden. Es handelt sich bei den Zahlen um die Gesamtzahlen für die Stadt Monschau. Innerhalb der Kommune gleiche sich das laut Alexander Franzen, Leiter des Jugendamtes, aus. Die Eltern bringen ihr Kind in eine Betreuung in einem anderen Stadtteil, wo Plätze frei sind. Das sei aber häufig von den Familien gewünscht, um eine Betreuung mit der gewünschten Ausrichtung auszuwählen. Gleiches gilt im Folgenden für die Gemeinde Roetgen und Simmerath in Bezug auf die Fehlplätze.

Roetgen

In Roetgen wurden genauso viele Kinder ab drei Jahren angemeldet wie im neuen Kitajahr Plätze vorhanden sind, nämlich 293. Das sind sechs Plätze mehr als im Vorjahr, aber auch 19 Anmeldungen mehr. In den kommenden Jahren bleibt sowohl die angebotene Plätzezahl als auch die Kinderzahl laut Einwohnermeldestatistik weitgehend konstant. Die Versorgungsquote liegt bei gerundet 109 Prozent.

Bei der U3-Betreuung wurden 138 Kinder für 136 Plätze angemeldet, was bedeutet, dass statistisch zwei Plätze fehlen. Grund sind offenbar auch hier die fehlenden Plätze in der Altersgruppe von ein bis zwei Jahren. 31 an der Zahl fehlen auf dem Papier ab dem kommenden Kitajahr – wie auch im laufenden Jahr. In den folgenden Jahren soll sich die Kinderzahl nur leicht verringern. Für alle Kinder in Roetgen unter drei Jahren ergibt sich eine Versorgungsquote von rund 55 Prozent.

Simmerath

Ähnlich ist die Situation in Simmerath. Für Ü3-Kinder sind ausreichend Plätze vorhandeln. Ab August wurde die Gesamtzahl um 19 Plätze auf 409 erhöht, Eltern haben insgesamt 391 Kinder angemeldet – rund 20 Kinder mehr als im Vorjahr. Die Versorgungsquote liegt bei 108 Prozent.

Für die Kinder bis drei Jahre gibt es insgesamt 174 Plätze, für die sich 163 anmeldet haben. Der Bedarf scheint gedeckt, allerdings auch in Simmerath nicht in der Altersgruppe der Ein- bis Zweijährigen. Dort fehlen theoretisch zwölf Plätze (im laufenden Kitajahr fehlen 17), denn es wurden 42 Kinder angemeldet, insgesamt stehen aber 30 Plätze (wie im Vorjahr und in den kommenden zwei Jahren) zur Verfügung. Für den Gesamten U3-Bereich liegt die Versorgungsquote bei 46 Prozent.

In Simmerath, Roetgen und Monschau ist die beliebteste Betreuungsform die mit 35 Wochenstunden. In Bezug auf die Inklusion könne laut Städteregion den Elternwünschen hinsichtlich der Einrichtungsart und Betreuungsform in allen Fällen entsprochen werden.

Maßnahmen in der Zukunft 

Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab einem Jahr könne sichergestellt werden, heißt es im Kinder- und Jugendhilfeausschuss. Allerdings funktioniere dies nur, wenn die geplanten Maßnahmen bis 2021 umgesetzt würden. Dazu zählen unter anderem, dass für die temporär eingerichtete Gruppe im Familinienzentrum Konzen eine langfristige Lösung abgestimmt werden soll, heißt es.

In einem neuen Beschlussvorschlag, den der Ausschuss dem zuständigen Städteregionstag vorgelegt hat, geht es zudem um den Kauf des ehemaligen Grundschulgebäudes in Imgenbroich und die Erweiterung der Kita Imgenbroich auf bis zu sechs Gruppen. In Mützenich bedarf es einer weiteren Gruppe. In Abstimmung mit der Stadt Monschau soll kurzfristig geprüft werden, wie man dem Bedarf gerecht werden kann – beispielsweise mit wohnlichen Containerrräumen, die bereits für andere Einrichtungen erfolgreich Abhilfe schaffen konnten.

Neue Kitas in Planung

Die Verschiebung von Öffnungszeiten soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen. Die viergruppige Kita an der Hauptstraße in Roetgen, die im Jahr 2021 fertiggestellt werden soll, plant ab Inbetriebnahme die Regelöffnungszeit einer Gruppe von 5.30 Uhr bis 14.30 Uhr anzubieten. Das ist auch der Plan bei der zukünftigen dreigruppigen Kita in Lammersdorf (mit 60 Plätzen, davon 15 für U3-Kinder). Die Errichtung ist aber abhängig von dem Inkrafttreten des Bebauungsplans im Gebiet „Hasselfuhr“ und wäre dann voraussichtlich 2020/2021 fertiggestellt, heißt es vonseiten der Städteregion. Auch für eine bereits bestehende Gruppe im Himo Imgenbroich ist so ein Zeitmodell vorgesehen.

Im Haushalt 2019 der Städteregion ist ein Zuschussbedarf zur Kindertagesbetreuung in Höhe von 10.381.346 Euro veranschlagt. Unter Einbeziehung von Förderungen des Landes und der Elternbeiträge steigt der Zuschussbedarf für die zusätzlichen Plätze und Mehrkosten in 2019 um 68.000 Euro und in 2020 um 164.000 Euro.

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