Nordeifel: Jahrbuch des Monschauer Landes bietet erneut eine große Themenvielfalt

Nordeifel: Jahrbuch des Monschauer Landes bietet erneut eine große Themenvielfalt

Wenn St. Martin reitet, der Abendhimmel sich rot färbt und der Duft von Weihnachtsgebäck sich ausbreitet, dann ist auch Jahr für Jahr die Zeit gekommen, dass die nächste Ausgabe des Jahrbuches des Monschauer Landes frisch aus der Druckerei kommt.

Der „Heimatkalender“, wie die traditionsreiche Veröffentlichung in Bevölkerungskreisen genannt wird, ist nach wie vor ein verlässlicher Begleiter für die in den Grenzen des Altkreises Monschau auch heute noch fest verwurzelte Eifeler Bevölkerung. Die 46. Ausgabe nach der kommunalen Neugliederung bietet auch diesmal wieder eine reiche Fülle an Themen.

Der Geschichtsverein des Monschauer Landes als Herausgeber stellte das Jahrbuch 2018, das von der Städteregion Aachen finanziell unterstützt wird, jetzt im Hotel Kragemann in Simmerath der Öffentlichkeit vor. Redaktionell betreut wurde das über 200 Seiten umfassende Buch wieder von Gabriele Harzheim, der neuen Vorsitzenden des Geschichtsvereins, die im Jahr 2017 die Nachfolge von Dr. Elmar Neuß antrat, der dieses Amt über drei Jahrzehnte bekleidete.

Das Jahrbuch gehöre zu den frühesten Publikationen des Weiss-Verlages Imgenbroich, betonte Verlagsleiter Alexander Lenders. Der „Heimatkalender“ sei ein „echtes Volksbuch“ und mit einer Auflage von über 4000 Exemplaren immer noch stark nachgefragt, auch weil es die Identifikation mit dem Altkreis Monschau aufrecht erhalte.

Man sei bemüht, eine möglichst breite Vielfalt an Themen aufzubereiten und möglichst viele Orte im Monschauer Land zu berücksichtigen, unterstrich Gabriele Harzheim. Dieser Wunsch ging nur teilweise in Erfüllung, denn Beiträge aus Orten wie Woffelsbach, Mulartshütte, oder Erkensruhr sind Mangelware. Die Redaktion, so Harzheim, würde sich über neue Autoren aus dem Rurtal freuen.

Tuchmacherstadt Monschau

Spannung, Abwechslung, Information und Unterhaltung bietet das Jahrbuch 2018 dennoch. Günter Krings betrachtet die Vogelwelt des Monschauer Landes, Marcel Paquet und Klaus-Dieter Klauser beschreiben die Perlenfischerei im Perlenbach im 18. und 19. Jahrhundert, und ausführlich hat Toni Offermann zu den Walkmühlen in Monschau recherchiert. Die oft mit idealisierten Vorstellungen verbundene Handwerkstradition in der Tuchmacherstadt Monschau wird in diesem Beitrag mit der Realität des Arbeitsalltages unter schwersten Bedingungen konfrontiert.

Hans Lennartz weiß Spannendes über den Leichenhallenbau im Jahr 1965 in Roetgen zu berichten, der in einen Politikskandal ausartete, und Geschichten aus Zweifall machen einmal mehr deutlich, wie sehr die Grenzen des Altkreises noch existent sind.

Auch die Mundart kommt im Jahrbuch nicht kurz, denn Gabriele Harzheim hat beobachtet, dass der Dialekt im Monschauer Land auf dem Rückzug ist.

Ein sehenswerter Fundus an historischen Fotoaufnahmen macht das Jahrbuch auch optisch interessant, wobei die Redaktion hofft, dass sie vom immer sensibleren Thema Bildrechte so bald nicht berührt wird.

An Themen wird es auch bei den künftigen Jahrbüchern wohl keinen Mangel geben, und vor dem Hintergrund, dass der aktuell rund 400 Mitglieder zählende Geschichtsverein des Monschauer Landes im Jahr 2023 sein 100-jährigen Bestehen feiern kann, werden es die im Verein beheimateten Autoren bestimmt nicht an dem Anlass entsprechenden historischen Betrachtungen fehlen lassen.

(P. St.)