Rurberg: Jägertag: Tierische Publikumsmagnete am Seeufer erleben

Rurberg : Jägertag: Tierische Publikumsmagnete am Seeufer erleben

„Sonst findet der Jägertag immer in Verbindung mit der Großveranstaltung ,Rursee in Flammen‘ statt, aber wir wollten das in diesem Jahr mal separieren“, berichtet Petra Leckner, die Leiterin des Hegerings Simmerath. Am Samstag drehte sich auf dem Seeufer-Parkplatz in Rurberg alles um Jagd und Hege.

Das Motto lautete „Mit dem Jäger auf Du und Du, lerne stets etwas dazu“. So hatten nicht nur die Erwachsenen viel zu schauen und möglicherweise zu hinterfragen, speziell auch die Kinder waren als Gäste gerne gesehen. Es gab eigens eine Kinderjägerprüfung, die Hermann Carl neben seiner „Rollenden Waldschule“ anbot. Der Gewinn war ein Ansitz mit einem Jäger.

„Manche Kinder wissen bereits, was alles zu den Aufgaben eines Jägers gehört, von den Eltern und Großeltern“, sagte Leckner. Kinder, die absolutes Neuland betreten, würden ganz behutsam an das Thema herangeführt. Die Beobachtung der Tiere gehöre heute nicht selten schon zu den Raritäten. Und Nachwuchsgewinnung sei auch bei den Jägern ein unumgängliches Thema.

Zu den Veranstaltern gehörten der Hegering Simmerath, der Hegering Monschau mit Dr. Gregor Bahrenberg an der Spitze und der Hegering Roetgen, dem Franz von Rey vorsteht. Jedem Hegering, das sagte Petra Leckner, gehören derzeit circa 80 Mitglieder an. Zur Begrüßung waren auch Günter Plum, der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Aachen, und Bernd Goffart, stellvertretender Bürgermeister von Simmerath, anwesend. Goffart unterstrich: „Kindern und Erwachsenen möchten die Waidleute nahebringen, wie wichtig die Natur ist.“

Zum Tagesprogramm zählten Vorführungen der Greifvögel aus Hellenthal unter der Leitung von Karl Fischer. Mit seinem Team ließ er Andenadler, Schreiseeadler und Weißkopfseeadler majestätisch über den See hinwegfliegen. Ein Blickfang war auch die kleine südamerikanische Zwergeule namens „Enano“. Ebenfalls als Publikumsliebling entpuppte sich „It‘s me“.

Der derart getaufte kleine Keiler ist elf Wochen alt und wurde im Sauerland aufgelesen. Per Harvester (Vollholzerntemaschine) kam er in die Eifel zu Förster Markus Wunsch nach Hellenthal gerollt. Dieser wiederum übergab ihn an Andrea Pauls, die ihn groß zieht. Zwölf Kilogramm wiegt der kleine Keiler aktuell, wenn er ausgewachsen ist, werden es zwischen 150 und 180 Kilogramm sein. Andrea Pauls, die ihn liebevoll betreut, sagte salopp: „Wenn er sich schickt, bleibt er bei uns, ansonsten landet er im Topf.“

Wildgulasch gab es auch beim Jägertag zu kosten. Dazu Petra Leckner: „Bei Wild handelt es sich um ausgezeichnetes und vor allem gesundes Fleisch ohne Zusatz von Medikamenten.“ Die Tiere bewegen sich in der Natur ganz frei und werden ohne Leidensweg der Natur entnommen.

Interessante Vorführungen zeigte auch des Jägers bester Freund: der Hund. Dr. Gregor Bahrenberg leitete die Vorführungen der Jagdhundearbeit. Die Apportierhunde präsentierten Übungen über Hindernisse, Schleppübungen und Vorführungen im Wasser. Worte benutzte der Jäger keine, das „Einweisen“ funktioniert maximal auf einen Fingerzeig hin.

Imkerin Andrea Pauls vom Ruitzhof hatte nicht nur den kleinen Keiler an der Leine, sie bot auch Produkte aus eigener Herstellung an. Ein weiteres Angebot: Vogelhäuschen herstellen und anmalen. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Bläsergruppen „Hohes Venn“, „Kommer Rotte“ und „Roetgen“. Eine Vorführung von Hirschrufern rundete das Programm ab.

(gkli)
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