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Nideggen-Schmidt: Investorin will Kletterpark am Rursee auch auf kleinerer Fläche

Nideggen-Schmidt : Investorin will Kletterpark am Rursee auch auf kleinerer Fläche

Seit über einem Jahr beschäftigt die Planung eines „Kletterparks“ im Wald auf der Halbinsel Eschauel die Schmidter Bevölkerung und die Ratsvertreter der Stadt Nideggen. Mehrere Bürgerversammlungen wurden abgehalten, es wurden Gutachten erstellt, und es wurde nach Alternativen für den Standort gesucht.

Auf seiner Sitzung am 28. November gab der Stadtrat einem Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Gelegenheit, deren Standpunkt darzulegen.

Die BI hält den geplanten Kletterwald am Eschauel für sozial unverträglich; sie fürchtet außerdem, dass durch die Änderung des Flächennutzungsplans Tür und Tor für weitere Maßnahmen geöffnet würden. Nach geheimer Abstimmung ergab sich, dass 16 Ratsmitglieder die Flächennutzungsplan-Änderung weiterführen wollen, zwölf waren dagegen. Für viele etwas überraschend kam der Antrag der CDU, den Teilbereich im Süden des Kletterparks aus der Planung herauszunehmen.

Gemeint ist das Waldstück rechts der Straße zum „Beach Club“. Wenn auch die Planerin, Yasmin Kallmuth-Büyükdere, der man kurz das Wort erteilte, diese neue Variante nicht akzeptieren wollte, so beschloss der Rat mit 16 Stimmen, „den Teilbereich im Süden des Kletterparks aus der Planung herauszunehmen. Der Übungsparcours, die Parkplätze, der Einstieg und der Stellplatz des ‚Londonbusses‘ werden auf den „Holzabladeplatz“ verlegt“ (dies ist der Platz oberhalb der bisher benutzten regulären Parkplätze).

Weiteres Interesse überraschend

Den meisten Beobachtern schien damit das Ende des Kletterparks am Eschauel eingeläutet. Doch Bürgermeister Marco Schmunkamp, der kurzfristig mit der Investorin ein Gespräch führte, hatte eine Überraschung parat und teilt mit: „Frau Kallmuth-Büyükdere ist entschlossen, auch auf der verkleinerten Fläche ihr Pläne fortzuführen.“ Sie sei nicht amüsiert gewesen über den Ratsbeschluss, ein großer Teil ihrer Planungsfläche falle nun weg.

Jedoch argumentierte sie, dass sie dann immer noch über ausreichend Platz verfüge; im Vergleich zu anderen Kletterparks in Deutschland sei der Park groß. „Die bereits erstellten Gutachten müssen nun inhaltlich angepasst werden“, teilt der Bürgermeister mit, „der Flächennutzungsplan muss nun nur für den oberen Teil geändert werden; wir werden in die Offenlage gehen. Dann können Bürger und Träger öffentlicher Belange ihre Einwände geltend machen. Die Entscheidung liegt beim Rat“.

Unterschiedliche Meinungen

Der Ortsvorsteher von Schmidt, Bert van Londen, hat ebenfalls schon viele Stunden mit der Thematik „Kletterpark“ verbracht. Ihm sind in Schmidt unterschiedliche Meinungen zu Ohren gekommen. „Es wird hart miteinander gerungen“, sagt er, „die Angst vieler Schmidter, dass durch eine offizielle Flächennutzungsänderung Tür und Tor für andere, nachfolgende Veränderungen am Eschauel geöffnet werden und sich der bisherige Charakter von Ruhe und Naturbelassenheit dort nachhaltig in eine Richtung verändern wird, den sie nicht wollen, muss von den Entscheidungsträgern der Politik berücksichtigt werden“.

Beharrlich verfolgt die Investorin, Yasmin Kallmuth-Büyükdere, weiter ihre Pläne „für ein absolut umwelt- und menschenfreundliches Outdoor-Freizeitprojekt, an dem alle ihre Freude haben sollen“. Sie wird weiterhin mit starkem Gegenwind der Bürgerinitiative „Rettet den Eschauel“ rechnen müssen, die BI hat 20 Mitglieder und circa 300 Unterstützer. Sie wirft der Investorin und dem Initiativkreis „Pro Kletterwald“ vor, ihre 1700 Unterschriften für das Projekt nicht nur in Nideggen gesammelt zu haben, sie habe beispielsweise darüber hinaus in Lendersdorf und Hürtgenwald Menschen angesprochen.

Im Übrigen stellt sich durch die stark verringerte Fläche die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Dass nun nach dem Willen des Stadtrates der Kletterwald vom Rurseeufer aus nicht direkt erreicht werden kann, stört die Investorin sehr, sie brauche „Laufkundschaft“.

BI behält sich Klage vor

Vehement will die Bürgerinitiative „Rettet den Eschauel“ erreichen, dass der Eschauel so bleibt, wie er jetzt ist, dass der Flächennutzungsplan nicht geändert wird. „Wenn nach der Offenlegung die eingebrachten Bedenken den Stadtrat nicht umstimmen, behalten wir uns vor, zu klagen“, sagt der Vorsitzende, Holger Friedriszik.

(ale)