In Monschau wird das Ehrenamt gelebt

In Monschau wird das Ehrenamt gelebt

In der Rohrener Ortsmitte wurden die Parkplatz knapp: Viele Menschen strömten zum Festsaal, dort wurde vergangene Woche der „Tag des Ehrenamtes“ gefeiert.

Dieser Festabend, an dem den ehrenamtlich Tätigen in besonderer Weise gedankt wird, wurde 1999 vom damaligen Bürgermeister der Stadt Monschau, Theo Steinröx, ins Leben gerufen. Er erfreut sich großen Interesses und dient auch dem gegenseitigen Kennenlernen und Gedankenaustausch.

Bürgermeisterin Margareta Ritter begrüßte die Gäste, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten; sie freute sich, Vertreter aller Ratsparteien zu sehen und sah darin auch deren Wertschätzung. Sie richtete Dankesworte an den Musikverein „Lyra“ Rohren, der den Abend musikalisch untermalte. Augenzwinkernd bedachte sie Hermann Mertens, ihren früheren Stellvertreter, mit einem besonderen Gruß: „Mit guter Pension ausgestattet, will er sich jetzt vermehrt dem Ehrenamt widmen: Er ist Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Monschau-Bourg St. Andeól, und er wurde kürzlich zum Vorsitzenden des Stadtsportverbands gewählt!“

Theo Steinröx schätzte in seinem Grußwort, dass die Monschauer Bevölkerung zu 50 Prozent aus Ehrenamtlern bestehe. „Wenn das die Kommunen alles leisten müssten, dann ginge nichts mehr!“

Den Reigen der Ehrungen eröffnete Heinz Mertens, der Vorsitzende des Ortskartells Monschau. Er brachte Dieter Gillessen mit auf die Bühne; dieser sollte schon im vorigen Jahr geehrt werden und hatte den Termin aus persönlichen Gründen absagen müssen. Dieter Gillessen ist als Mitarbeiter des TuRa Monschau bekannt, 19 Jahre war er hier Kassierer. Nun hat er als Platzwart ein umfangreiches Betätigungsfeld. Im Ortskartell fungiert er als Kassierer, er hat die „Monscher Verzällcher“ angeregt. Doch damit nicht genug: Er richtet den Saal für Karnevalssitzungen her, er macht bei der Musikwoche Thekendienst, er unterstützt tatkräftig den Frauen- und Mütterverein und hilft auch bei der Spazierwege-Reinigung des Eifelvereins.

Aus Kalterherberg wurde ein Mann geehrt, von dem es heißt: „Es gibt kein Fest, an dem er nicht da ist.“ Rainer Mertens stellte Klaus-Jürgen Schmitz vor. „Jimmy“ (so nennt man ihn in Kalterherberg) trat mit neun Jahren dem Trommler- und Pfeiferkorps bei und blieb ihm bis heute – 45 Jahre lang – treu. Er war viele Jahre Korpsführer, insgesamt 24 Jahre im Vorstand. Tatkräftig packte er mit an bei der Gestaltung der Vereinsräumlichkeit und bei der Herrichtung der Vereinshalle. Über seine berufliche Tätigkeit hinaus sei er schon unzähligen Kalterherbergern bei der Pflege von Strauch und Baum behilflich gewesen.

Der Ortskartellvorsitzende von Konzen, Peter Jung, hatte Originelles zur Persönlichkeit des zu ehrenden Theo Schütt herausgesucht: Sieben Tore schoss er in einem Spiel für den TV Konzen. Er war Mitbegründer der Frauenfußballmannschaft, er war „Grillchef“ am Sportplatz und seit 1983 für Verpflegungsstände beim Monschau-Marathon zuständig. Bis heute ist ihm die Pflege des Sportheims ein wichtiges Anliegen; als inaktives Mitglied unterstützt er viele andere Ortsvereine.

Aus Monschau wurde Peter Dick geehrt. „Eigentlich müsste man die ganze Familie Dick ehren“, meinte Heinz Mertens, denn Frau und Kinder seien meist mit dabei, wenn Peter Dick im Einsatz ist. So unterstützt dieser das TuRa-Sommerfest, er war maßgeblich beim Umzug des Kindergartens beteiligt und bei den Aufbau- und Einrichtungsarbeiten. Die Dicks sind eine leidenschaftliche Halloween-Familie und dekorieren jedes Jahr sehr aufwendig Haus und Garten. Auch aus Peter Dicks Tätigkeit bei den Bürgerschützen trug Heinz Mertens eine lange Liste von Verdiensten vor: als Schießmeister, Hausmeister und Organisator von Treffen.

Jacqueline Huppertz, die Ortsvorsteherin von Mützenich, stellte einen Mann vor, der jahrzehntelang in Ehrenämtern tätig ist: Theo Steffens. Der heute 80-Jährige sei der „Opa für alles“ in der Offenen Ganztagsschule und leiste unentbehrliche Arbeit beim Reparieren. Jacqueline Huppertz erinnerte an Theo Steffens’ Einsatz für den TuS Mützenich im Jugendfußball und bei der Sanierung des Sportplatzes. Als Wegewart des Mützenicher Eifelvereins sei er unermüdlich unterwegs.

Ein wenig nutzte die „Lyra“ Rohren den Heimvorteil, als Hans-Werner Mathar zur Bühne schritt, sie spielte für ihn: „Seht, da kommt der König!“ Wie beliebt er in Rohren ist, das zeichnete die Ortsvorsteherin Waltraud Haake nach: Hans-Werner Mathar sei immer da, wenn man ihn braucht. Viele Arbeiten mache er „schon ewig“, auf der Dorfwiese, beim Feuerwehrfest, beim Dorffest, beim Hahneköppen. Seine Pflasterarbeiten seien unverzichtbar, im Vorstand der „Lyra“ fungiere er als Beisitzer.

Marlene Ungermann, die Ortskartellvorsitzende aus Höfen, war es ein Anliegen, einen „Vollblutkarnevalisten“ zu ehren: Dieter Stupp. Seit er im Jahre 1989 Mitglied der KG „Biebesse“ Höfen wurde, hat er sich in vorderster Reihe engagiert, er war neun Jahre Präsident. Jetzt ist er Organisator für Sonderaufgaben und im Präsidium des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise; er wurde mit dem Verbandsorden ausgezeichnet.

Auch eine Frau war diesmal unter den Geehrten, allerdings wurde sie stellvertretend für eine ganze Gruppe ausgewählt: Brigitte Neuss vertrat den Leprakreis Imgenbroich. Peter Weber nahm die Gelegenheit wahr, etwas über Leprakranke und ihre Behandlung zu erzählen. Seit dem ersten Leprabasar, der 1977 in Imgenbroich organisiert wurde, sei dieser attraktiv geblieben. 41 Jahre haben die Frauen nicht nachgelassen, ihr handwerkliches Talent einzusetzen, um für Leprakranke zu spenden.

Abschließend wurden noch die Auszeichnungen an Vereine und Organisationen verteilt; die Geldbeträge kamen zusammen, weil Stadtverordnete auf Aufwandsentschädigungen verzichteten und die Sparkasse Aachen sowie die Raiffeisenbank Beträge spendeten. Die Bürgermeisterin dankte allen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten, besonders dem Team vom Festsaal Cloesgen.

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