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Lammersdorf: In Lammersdorf fiel ein Tor

Lammersdorf : In Lammersdorf fiel ein Tor

Der Zuschauern wurde beim U-40-Turnier in Lammersdorf mehr geboten als nur Sport - aber als Zugabe gab es Dinge, die eigentlich keiner sehen will.

Der Schiedsrichter wurde beleidigt, ein Tor kippte um und dazu hagelte es Rote Karten.

Mit einem 2:1-Erfolg über Rollesbroich gewann der TuS Mützenich das Vorrundenturnier der Alten Herren Ü40 um die Aachener Kreismeisterschaft im Fußball. Auf der Platzanlage des ausrichtenden TuS Lammersdorf sicherten sich die Grünweißen aus dem Venndorf die Teilnahme am Finale. Sie werden nun am 21. und 28. Juni zum Hin- und Rückspiel auf das Team der Eschweiler SG treffen. Der aus beiden Partien ermittelte Gesamtsieger ist diesjähriger Meister des Fußballkreises Aachen Ü40 und wird die Region im September in Hennef beim Turnier des Fußballverbandes Mittelrhein vertreten.

Bodybuilding-Weltmeister im Team

Unter Leitung des umsichtigen Schiedsrichters Robert Eul (TuRa Monschau), der freilich mit den Akteuren oft keinen leichten Stand hatte, sahen die Mützenicher schon bei Halbzeit der auf zweimal zehn Minuten angesetzten und mit sieben Spielern bestrittenen Schlusspartie wie der sichere Sieger aus. Durch Tore von Oswald Klee und Bernd Gentges waren sie früh in Führung gegangen. Nach dem Anschlusstreffer durch Roland-Stürmer Mathias Frings wurde es in der Schlussphase aber noch einmal spannend. Doch auch die Nominierung von Bodybuilding-Weltmeister Michael Anders im Roland-Trikot brachte nicht den ersehnten Ausgleich.

Das Turnier wurde vom Jugendleiter der gastgebenden Lammersdorfer, Dietmar Breidenich, koordiniert. Es stand unter offizieller Beobachtung durch den kürzlich ernannten Obmann für Freizeit und Breitensport des Fußballkreises Aachen, Hermann Cremer aus Roetgen.

Nässe und Nebel

Er und - angesichts widriger Wetterumstände wie eher herbstlicher Frische, Nässe und Nebel - eine bloß spärliche Zuschauerkulisse erlebten teilweise kuriose und manchmal recht ruppige Begegnungen. Zwei Platzverweise musste das im Turnierverlauf eingesetzte Schiedrichtertrio aussprechen, einer der Unparteiischen fühlte sich von einem Rotsünder danach gar „noch auf dem Weg in die Kabine massiv beleidigt und körperlich bedroht.” Diesen Vorfall wird nun die Spruchkammer verhandeln.

Eine weitere Episode: Nach einem fulminanten Lammersdorfer Torschuss kippte das gegnerische Gehäuse zur Gaudi der ansonsten fröstelnden Zaungäste um.

Bereits in der Vorausscheidung Anfang Juni lichteten sich die Reihen der Teilnehmer. Die gemeldeten Klubs aus Strauch, Höfen, Simmerath, Monschau, Kesternich und Rott schieden vor dem Einzug in die beiden Endspielgruppen aus oder zogen ihre Anmeldungen mangels Kaderstärke zurück, so auch die Eicherscheider Germanen. Ihre arg kurzfristig erteilte Absage stellte die Veranstalter vor ein organisatorisches Problem.

Endspiel nach nur einem Spiel

In Gruppe eins ermittelten notgedrungen TV Konzen und Mützenich in nur einer Paarung bereits den Endspielteilnehmer. Nach torlosem Ergebnis zum Ablauf der regulären Spielzeit brachte ein Neunmeterschießen mit 6:5 die Entscheidung zugunsten des späteren Turniersiegers Mützenich.

Die Schwarzgelben von der Heerstraße und deren Anhang protestierten unterdessen lautstark gegen eine aus ihrer Sicht spielentscheidende Benachteiligung durch den Referee.

Dritter Platz für Konzen

Konzen, von nicht wenigen Beobachtern des Rasengeschehens als die homogenste und technisch reifste Truppe beurteilt, hielt sich anschließend durch ein überlegenes 2:0 gegen Lammersdorf schadlos und wurde Dritter, auf den Rängen dahinter der gastgebende TuS und Steckenborn.