Monschau: In Konzen wird ein neues Familienzentrum gebaut

Monschau: In Konzen wird ein neues Familienzentrum gebaut

Es wird eng im Ortszentrum von Konzen. Wenn im kommenden Spätsommer die Grundschule in Imgenbroich schließt und auch das erste und zweite Schuljahr wie geplant nach Konzen zur gemeinsamen Schule der Nachbarorte gehen, dann muss die GGS über alle zum Schulgebäude gehörenden Räume verfügen — auch über die ausgebauten Kellerräume, die derzeit noch vom benachbarten Familienzentrum genutzt werden.

Wohin aber dann mit den Konzener Kindergartenkindern? Das eigentliche Kindergartengebäude wurde vor Jahrzehnten als drei-gruppige Einrichtung konzipiert, wuchs aber in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf fünf Gruppen an. Bedingt durch Konzens zentrale Lage, die viel gelobte pädagogische Arbeit des Teams um Leiterin Silke Bongard und die Zertifizierung als Familienzentrum, meldeten auch immer mehr Eltern aus umliegenden Orten ihre Kinder in Konzen an und brachten die Einrichtung vor allem räumlich an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Zwei der fünf Gruppen (drei Regelgruppen, zwei U3-Gruppen) wurden deshalb vor Jahren in die Schule ausgelagert.

Mit Blick auf die Eigennutzung der Räume durch die Schule wurden beim Anmeldeverfahren zu Jahresbeginn bereits Kinder von Nicht-Konzener Familien nur noch in Ausnahmefällen berücksichtigt, um zumindest alle in Konzen wohnenden Kinder im Familienzentrum Konzen aufnehmen zu können. Auch diese Einschränkung wird jedoch nicht reichen. Wenn das „Traumland“ und die „Regenbogengruppe“ (in der in diesem Kindergartenjahr alle Vorschulkinder zusammengefasst sind, die somit schon mal das Schulgebäude beschnuppern können) im Kindergartengebäude untergebracht werden müssen, ist dies räumlich nicht zu stemmen.

Diese Sorge des Familienzentrums, vor allem aber auch der Elternschaft, trug unlängst noch Benno Palm (CDU) im Monschauer Sozialausschuss vor. „Es sind jetzt noch neun oder zehn Monate, bis diese Situation eintritt. Da ist es verständlich, dass der Kindergarten und die Eltern langsam etwas nervös werden“, bat Palm um Klärung. Die Verwaltung verwies auf ein anberaumtes Gespräch der Stadt bei der Städteregion Aachen, die Träger auch des Familienzentrums in Konzen ist. „Dort wird die Städteregion als Träger der Jugendhilfe ein Konzept vorstellen“, kündigte Hermann Mertens von der Verwaltung an.

Wie Bürgermeisterin Margareta Ritter dazu am Mittwoch im Monschauer Bildungsausschuss mitteilte, sieht dieses Konzept nun „den Neubau eines fünfgruppigen Kindergartens im Ortszentrum von Konzen“ vor. Der Jugendhilfeausschuss der Städteregion Aachen werde hierzu in seiner nächsten Sitzung im November beraten und entscheiden, so Ritter. Ursprünglich hatte man geplant, den Kindergartenbereich vom Kirchbruch her zu erschließen und hier neben einem Ausbau des bestehenden Kindergartengebäudes auch Parkplätze zu schaffen. Diese Variante habe man jedoch aufgrund von nicht oder schwer lösbaren Grundbesitzfragen verwerfen müssen.

Bei der nun angestrebten Lösung bleibt ein Problem: „Da die Baumaßnahme sicherlich eine Bauzeit von einem Jahr haben wird, ist eine Übergangslösung für den Kindergarten zu schaffen“, sagte die Bürgermeisterin am Donnerstag unserer Zeitung. Dafür kämen verschiedene Lösungen in Frage.

Denkbar sei beispielsweise ein Umzug von Teilen des Kindergartens Konzen für ein Jahr in die — dann ja freie — Grundschule Imgenbroich, wo die Städteregion ohnehin ein Jugendhilfezentrum und die Unterbringung des Kindergartens Imgenbroich anstrebe. Eine andere Lösung wäre „die Zusammenführung der Grundschule Imgenbroich/Konzen doch erst zum Schuljahr 2018/2019“, also nicht schon, wie geplant, zum nächsten Schuljahr.

„Wir wollen die Alternativen für die Übergangszeit mit den Eltern aus Kindergarten und Schule in den nächsten Tagen erörtern und dann einen Vorschlag für die Fachgremien unterbreiten, der auf eine möglichst breite Übereinstimmung trifft“, kündigte die Bürgermeisterin an.

Eine stärkere räumliche Trennung von Kindergarten und Schule könnte auch das Parkplatzproblem an der Konrad-Adenauer-Straße lösen, das sich ansonsten nächsten Sommer noch verschärfen dürfte, wenn der Dorfplatz wie geplant als Parkplatz wegfällt und künftig als zweiter Pausenhof für die dann deutlich größere Grundschule genutzt wird.

(hes)