Kalterherberg: In Kalterherberg pflegen Messdiener noch eine alte Tradition zu Ostern

Kalterherberg : In Kalterherberg pflegen Messdiener noch eine alte Tradition zu Ostern

Das „Klappern“ ist eine alte Tradition, die in katholischen Gegenden gepflegt wird. Früher zogen in der Karwoche Ministranten mit hölzernen Lärminstrumenten durch die Dörfer, um die Gläubigen auf Tageszeiten, Gebetszeiten und Gottesdienste aufmerksam zu machen.

Die Instrumente der Kinder ersetzten dabei die Funktion der Kirchenglocken, die an Karfreitag und Karsamstag nicht läuten durften.

In einigen Dörfern wird diese Tradition heute noch ausgeführt — so auch in Kalterherberg. Am Karfreitag ziehen auch heute noch Kinder durch das Dorf und sammeln dabei Spenden und Süßigkeiten. Zu Zeiten, als die Menschen noch keine Uhren hatten, waren die Kirchenglocken eine wichtige Orientierungshilfe für die Dorfbewohner. Sie verkündeten nicht nur die Uhrzeit, sondern erinnerten auch an Gottesdienste und Gebetszeiten.

Ab Gründonnerstag läuteten bis zur Osternachtsfeier keine Kirchenglocken mehr. Die Glocken „fliegen nach Rom“, wie der Volksmund sagt, und erinnern an das Sterben Jesu Christi. Karfreitag und Karsamstag liefen daher die Ministranten durch die Dörfer und ersetzten mit dem Lärm der Klappern das Geräusch der Kirchenglocken. Diese Tradition wird in Kalterherberg noch heute gepflegt.

Rund 40 Messdiener ziehen los

Die rund 40 Messdiener werden am Karfreitag ab 9 Uhr in kleineren Gruppen mit ihren Klappern durch die Straßen des Dorfes laufen. Sie klappern dabei an den Häusern und sammeln Süßigkeiten und Geldspenden. Die Spenden werden der Messdienerkasse zugutekommen — das Geld wird für gemeinsame Ausflüge nach Aachen oder ins Phantasialand genutzt.

Im Jahr 2016 wurde den Kindern und Jugendlichen sogar eine mehrtägige Berlinfahrt ermöglicht, die sie gemeinsam mit Rainer Mertens antraten, dem am Erhalt und der Pflege der Gemeinschaften junger Menschen gelegen ist. Die Messdiener sammeln zudem alljährlich Spenden für soziale Projekte.

So konnten sie im Januar am Dreikönigstag zusammen mit den Kommunionkindern und anderen Jugendlichen als Sternsinger das für den Ort Rekordergebnis von 2800,64 Euro für die Sternsingeraktion „Segen bringen, Segen sein: Gem einsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“ einbringen. Die Aktion wurde vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend getragen.

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