Lammersdorf: In der heißen Hölle ist der Teufel los

Lammersdorf: In der heißen Hölle ist der Teufel los

In der Hölle ist es heiß, höllisch heiß, um genau zu sein. Während Klaus und Evi vorsichtig durch einen brodelnden See waten, immer darauf bedacht, nicht in das kochende Wasser zu treten, züngeln im Hintergrund die Flammen. Was nimmt man nicht alles auf sich, um einen guten Freund aus einem solchen Inferno zu retten.

Während die beiden Jugendlichen, die eigentlich Laura Skropke und Johannes Lethonen heißen, sich bemühen, ihr Abenteuer „Höllenfahrt” möglichst unfallfrei über die Runden zu bringen, scheint auch den 120 großen und kleinen Besuchern am Samstag im katholischen Pfarrheim Lammersdorf der Schweiß von der Stirn zu perlen.

Gespannt fiebern sie in dem ausverkauften Saal mit: Wird das Geschwisterpaar es schaffen, den kleinen Eberhard zu retten? Bis die Zuschauer von dieser bangen Frage erlöst werden, dauert es aber noch etwas.

Mit der Wahl ihres vorweihnachtlichen Kindertheaterstücks „Der kleine Teufel Eberhard” hat die Kinder- und Jugendtheatergruppe des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf, allen voran ihr Vorsitzender Lothar Berger, offensichtlich mitten ins Schwarze getroffen; und das, obwohl sich Lothar Berger schon vor Beginn des Stückes sorgte, ob es möglicherweise zu gruselig sei.

Diese Befürchtungen sind unbegründet, wie sich am Abend der Premiere zeigt. Hochkonzentriert verfolgen vor allem die Kinder im Saal das Schicksal der Freunde. Nur gelegentlich ist ein vereinzelter spitzer Schrei des Entsetzens zu hören, etwa wenn die Mission auf der Bühne zu scheitern droht, weil ein Ungeheuer, oder besser gesagt Darsteller Gerd Skropke im Bärenkostüm, angreift.

Bei Eberhard handelt es sich übrigens um einen echten kleinen Teufel, dargestellt von Sophia Xarhakos, der nicht länger böse sein möchte, sondern sich vornimmt, Gutes zu tun. Kein einfaches Unterfangen, wenn einen die gemeinen teuflischen Kollegen (Gina Hotz, Tabea Wever, Samantha Wilden, Fabienne Penners, Sophie Wever und Iris Kahl) von diesem Vorhaben abbringen wollen.

Zur spannenden Atmosphäre während der Aufführung tragen vor allem die Lichteffekte und die herausragende und in liebevoller Eigenarbeit erstellte Bühnengestaltung der Theatergruppe bei, die den Zuschauern das Gefühl vermitteln, mit den Akteuren mitten in der Hölle zu stehen.

Flackernde Flammen, von einem Projektor auf eine riesige Leinwand geworfen, bilden das Hintergrundbild. Davor finden sich große graue „Steine” aus Pappmach und der sprudelnde „See”, den es von den Darstellern Laura Skrope und Johannes Lethonen zu überwinden gilt. „Seit den Sommerferien üben und basteln wir”, beschreibt Berger die vergangenen Monate und bezeichnet die bunte Truppe aus Kindern und Jugendlichen als „eingespieltes Team”. In der letzten Woche kamen dann alle Darsteller noch einmal zusammen, um an sieben Tagen hintereinander zu proben.

Noch drei Aufführungen

Noch insgesamt dreimal kann sich das Ergebnis begutachten lassen, denn für die Vorstellungen am vierten Adventswochenende, samstags um 15 Uhr und sonntags um 10 und um 15 Uhr, gibt es noch einige Karten.

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