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Monschau: Im Risiko die Chance sehen

Monschau : Im Risiko die Chance sehen

Die Aula des St.-Michael-Gymnasiums platzte aus allen Nähten, als am Samstagmorgen die 72 Abiturienten mit der Übergabe ihrer Reifezeugnisse verabschiedet wurden.

„Sie sehen, wie viele Menschen Sie wichtig nehmen”, begrüßte der stellvertretende Schulleiter Dr. Hans Münstermann die erfolgreichen Absolventen und alle, die sie auf ihrem Weg begleitet hatten, vor allem die Eltern und die Lehrer. Unter den zahlreichen Gästen waren auch Pfarrer Jens-Peter Bentzien und Dechant Hermann van Gorp, die zuvor mit der Festgemeinde einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert hatten, sowie die Bürgermeister Manfred Eis, Roetgen, Hubert Breuer, Simmerath und, zugleich als Vertreter des Schulträgers, Theo Steinröx, Monschau.

Festschmuck und Musik

Mit einer liebevoll ausgeschmückten Aula, festlicher Kleidung und musikalischen Beiträgen unterstrichen auch die Abiturienten selbst die Bedeutung dieses Tages.

Auch im Namen seiner Amtskollegen überbrachte Theo Steinröx den Abiturienten die Glückwünsche von Rat und Verwaltung. Ihre Leistung habe Respekt und Anerkennung verdient, hob er hervor und wünschte ihnen, dass sie in Studium und Beruf einen Weg finden mögen, der ihren Wünschen und Talenten entspricht. Der Bürgermeister unterstrich auch, dass die Stadt hohe Investitionen für die Schule geleistet und damit auch Bausteine zum Lernerfolg gelegt habe.

„Auf gleicher Augenhöhe”

„Jetzt sind wir auf gleicher Augenhöhe”, bescheinigten Christa Amend und Dr. Bruno Jansen nach dreijähriger Tätigkeit als Beratungslehrer den Abiturienten die jetzt erlangte Reife. Neben der eher heiteren „Bestandsaufnahme”, die von der Lebensmaxime des Rheinländers bis hin zu einem lyrischen Rückblick auf die Studienfahrt reichte, standen auch einige mahnende und ermunternde Worte. „Seid kreativ und seht im Risiko die Chance”, wünschten sie den jungen Leuten im Hinblick auf den heutzutage oft schwierigen Start in die Arbeitswelt. Mit stehenden Ovationen nahmen die Abiturienten Abschied von ihren Beratungslehrern.

Die Jahrgangsstufensprecher steuerten ein Resümee aus ihrer Sicht bei. Nach 13 Jahren stünden sie nun dort, wo sie immer stehen wollten - oder die Eltern sie stehen sehen wollten - erinnerten Carolin Genreith und Sascha Müller an den langen Weg und an die Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling, die sie in dieser Zeit durchgemacht hätten. Nicht nur Fakten und Daten hätten sie in der Schule gefunden, sondern auch Kommunikation und Freundschaft. Was immer jeder Einzelne in Zukunft tun wolle, als Motto solle darüber stehen: „Hauptsache, wir tun es mit Leidenschaft.”

Wichtige Hürde genommen

Jetzt sei die erste wichtige Hürde genommen, und neben aller Freude sei auch ein Hauch von Lebensernst zu spüren, stellte Schulleiter Dr. Lothar Stresius fest. Einige Tipps zum „Ernst des Lebens” gab er den Abiturienten mit auf den Weg, bevor er ihnen die Zeugnisse überreichte.

In seiner Gegenüberstellung verschiedener Lebenskonzepte machte er deutlich, dass nicht nur Freizeit und Vergnügen Spaß machen, sondern auch vermeintlich ernste Dinge wie Verantwortung zu übernehmen. Es gebe Fakten wie demografische Entwicklung oder Verschuldung, denen man nur mit Ernst begegnen könne. „An Euch liegt es, Probleme anzupacken und mit neuen Ideen umzugestalten”, rief er die Abiturienten auf.

Für besondere Leistungen in Physik wurden Bernd Jahnke, Dominik Braun, Sarah Kaulen, Beate Krickel und Christian Mießen ausgezeichnet.

Musikalisch umrahmten Nadine Huppertz, Gesang, Beate Krickel, Saxophon, und Miriam Ponten, Klavier (Tom Waits: „Shiver me timbers"), Ansgar Fleitmann, Gitarre, und Simon Kirch, Gesang (Red Hot Chilli Peppers: „Under the Brigde”) sowie Bernd Jahnke, Klavier (Scott Joplin: „Original rags”) die Entlassfeier. Während der Zeugnisausgabe erinnerten Fotoeinblendungen an den ersten Schultag jedes Abiturienten und visualisierten die von Carolin Genreith und Sascha Müller angesprochene Metamorphose.