Nordeifel: Im Jahr 2017 mehr Straftaten in Monschau

Nordeifel : Im Jahr 2017 mehr Straftaten in Monschau

Es wäre sicherlich übertrieben, wenn man mit Blick auf die aktuelle Kriminalitätsrate in der Nordeifel von einer vollkommen „heilen Welt“ sprechen würde, aber innerhalb der Städteregion Aachen liegen die drei Südkreiskommunen abgeschlagen am unteren Ende der Skala.

In Verantwortungsbereich der Kreispolizeibehörde wurden im Jahr 2017 fast 50.000 Straftaten gezählt; in den drei Eifelkommunen waren es knapp 1250. Statistisch gesehen gibt es in jeder der drei Eifelkommunen 1,22 Straftaten am Tag — eine Zahl, von der man in der Stadt Aachen beispielsweise nur träumen kann.

Die Aachener Polizei erläuterte am Mittwoch die aktuellen Zahlen. Die Bilanz der Kripo fiel insgesamt positiv aus, denn die Gesamtzahl der Straftaten eines Jahres war lange nicht mehr so niedrig. Erstmals seit dem Jahr 2010 fiel die Gesamtzahl mit 49.142 Delikten noch einmal unter die 50.000er-Grenze. Gegenüber dem Jahr 2016 (53.606 Fälle) sank die Zahl der Delikte damit um 8,3 Prozent. Die höchste Zahl von Straftaten in den zurückliegenden zehn Jahren aus dem Jahr 2011 mit 56.485 Fällen.

Vor allem der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen um 20 Prozent wurde hervorgehoben. Nicht bei allen Straftaten aber gab es Rückgänge. Bemerkenswert mit Blick auf die gesamte Kreispolizeibehörde Aachen ist zum Beispiel, dass die Zahl der Mord-Delikte von sieben auf zehn stieg und die Zahl der Vergewaltigungen von 77 auf 103. Markant rückläufig ist dagegen auch das Auftreten von Straßenkriminalität. Hier gab es eine Verringerung um 14,7 Prozent (2017: 12.312 Fälle).

102 Delikte in Roetgen weniger

Exakt 1247 Straftaten bearbeitete Kripo im Jahr 2017 in der Nordeifel. Das ist gegenüber 2016 (1371 Fälle) ein Rückgang um neun Prozent. Dass ein Rückgang der Straftaten in der Eifel registriert wurde, ist vor allem der positiven Entwicklung in der Gemeinde Roetgen zu verdanken. Hier ging die Zahl der Delikte von 319 auf 217 zurück. Das entspricht einer Verringerung der Straftaten um 32 Prozent. Eine gegenläufige Entwicklung gab es dagegen in der Stadt Monschau. Als einzige Kommune in der gesamten Städteregion hat sie eine Steigerung der Fallzahlen. Die Zahl der Delikte im Jahr 2017 stieg von 420 (2016) auf 445. Das entspricht einer Steigerung von sechs Prozent. Bei der Erläuterung der Zahlen wurde seitens der Kripo diese Entwicklung aber nicht als „besorgniserregend“ dargestellt, da es vor allem Bagatelldelikte seien, die diese Steigerung verursacht hätten.

Positiv stellte sich im Jahr 2017 auch die Entwicklung in der Gemeinde Simmerath dar. Hier ging die Fallzahl von 632 zurück auf 585, was einer Reduzierung um 7,4 Prozent entspricht.

„In der Eifel reden wir generell über niedrige Fallzahlen“, erläuterte Kriminalhauptkommissar Markus Blauel das Zahlenwerk im Detail. Gerade bei ohnehin schon niedrigen Fallzahlen machten sich leichte Schwankungen gleich in der Statistik bemerkbar. Weder in Monschau, noch in den beiden anderen Eifelkommunen könne von einer Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls die Rede sein. „Auch können wir in der Eifel keine Kriminalitätsschwerpunkte feststellen“, erläutert Blauel. Die insgesamt niedrige Kriminalitätsrate in der Eifel sei auch damit zu erklären, „dass hier noch die soziale Kontrolle funktioniert“, so der Polizeisprecher.