Monschau: Im Info-Truck zeigt das Hilfswerk das Thema Flucht multimedial

Monschau: Im Info-Truck zeigt das Hilfswerk das Thema Flucht multimedial

„Du hast nur ein paar Minuten. Pack‘ ganz schnell das ein, was wichtig ist und dann sieh zu, dass du wegkommst. Nur so kannst du dein Leben retten!“

Dieses Zitat hat die Schülerinnen der Bischöflichen Mädchenrealschule St. Ursula sehr nachdenklich gemacht, als sie bei einer Infoveranstaltung des katholischen Hilfswerks Missio feststellen mussten, dass Zeugnisse, Reisepässe oder Adressbücher im Fall einer Flucht — wie sie momentan neben Tausenden Syrern unter anderem auch Menschen aus Afrika durchleben müssen — wichtiger sind als Lebensmittel und Kleidung.

Missio war mit seinem Info-Truck zum Thema „Menschen auf der Flucht“ zu Gast in Monschau. 20 Meter lang, zwölf Tonnen schwer — und vollgepackt mit Informationen. Das Infomobil versucht unter dem Motto „Pack dein Leben zusammen“ die schwierige Reise und Ankunft von Binnenflüchtlingen aus Afrika zu vermitteln.

Um das Ganze für die Schüler interessanter zu machen, wird in dem Truck viel mit interaktiven Bildschirmen oder Hörspielen gearbeitet. Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Ostkongo wurden Fluchtursachen wie Krieg, Verfolgung oder Hungersnot vorgestellt.

Sehr persönlich wurde es, als jede Schülerin in die Rolle eines jungen Menschen aus dem Kongo geschlüpft ist und dessen Flucht virtuell ein Stück mitgehen konnte. Die Ängste und die Unsicherheiten der Flüchtenden waren plötzlich spürbar und während des Rundgangs durch die Stationen der Ausstellung zum Greifen nah.

Erleichtert atmeten viele Schülerinnen am Ausgang auf: Anders als für die betroffenen Menschen war die Flucht und der Neuanfang für sie keine bittere Realität. Sie standen unversehrt wieder in der Monschauer Frühlingssonne.

Zurück blieb allerdings eine Nachdenklichkeit darüber, dass auch wir und unser Konsumverhalten ein Teil der Fluchtursachen sind. Gemeinsam gilt es nun, Möglichkeiten des Handels zu entdecken und umzusetzen.

Derselbe Info-Truck machte auch am Monschauer St.-Michael-Gymnasium halt. Mit dem Thema haben sich insbesondere die Klassen 8 und 9 des Gymnasiums befasst. Im ersten Raum des Trucks wurden die Schüler über einen Bildschirm von einem der animierten Flüchtlinge begrüßt. Wie in der Realität bleibt den Flüchtlingen im Kongo nicht viel Zeit, wenn der Krieg in ihrem Land ausbricht, und so müssen die Schüler als Erstes entscheiden, welche Sachen sie retten wollen.

Kurz danach werden die Schüler erneut an die interaktiven Bildschirme geschickt, denn das, was sie eingepackt haben, könnte von ihnen selbst als Flüchtender unmöglich alles getragen werden. So geht es mit dem animierten Gepäck in die nächsten Räume, wo den Schülern nicht nur die gefährliche Flucht gezeigt wird, sondern auch die komplizierte Ankunft. Zum Beispiel in Deutschland.

Ein anderer Teil der Klasse arbeitete mit den Betreuern des Trucks im Klassenraum. Das Thema ist am St.-Michael-Gymnasium im Moment durch die internationale Förderklasse, aus der auch einige Schüler aus den afrikanischen Ländern stammen und den Flüchtlingen, die gegenüber in der Hauptschule aufgenommen wurden, aktuell.

Das Thema passte zum Teil sehr gut zu der aktuellen Unterrichtsreihe und konnte von den Betreuern des Trucks mit neuem Material unterstützt werden. Viele Schüler wirkten nachdenklich, als sie den Truck verließen, was zeigt, dass die Infoveranstaltung sein Ziel erreicht hat.