Kall: „Hoppel Poppel“ zwischen Orgel und Paramenten

Kall: „Hoppel Poppel“ zwischen Orgel und Paramenten

30 Sakristane und Kirchenmusiker aus der Region Eifel trafen sich früh morgens vor dem Pfarrhaus in Kall zu ihrem Jahresausflug. Die Organisatoren, Regionalkantorin Holle Goertz und Regionalsakristan Stefan Hönig, hatten wieder eine informative Fahrt geplant.

In Willich-Schiefbahn erfolgte der erste Halt vor der ehemaligen Schule von Holle Goertz. Auf dem teilweise überdachten Schulhof gab es ein leckeres Sektfrühstück. Bei guter Stimmung und schlechtem Wetter langten alle Teilnehmer ordentlich zu.

In der Krefelder Stadtkirche St. Dionysius gab der Regionalkantor und Konzertorganist Andreas Cavelius zuerst eine kurze Einführung in die Geschichte der Klais-Orgel. Cavelius gab musikalische Beispiele von der Renaissance über den französischen und deutschen Barock bis hin zum Stil Karg-Elerts. Dass Kompositionen all dieser Stile mit dieser Orgel kompromisslos gespielt werden können, nahm die Gruppe beeindruckt zur Kenntnis. Die Orgel besitzt 40 klingende Register (Klangfarben). „Man müsste drei Monate lang 24 Stunden am Tag jede Sekunde eine andere Register-Kombination einstellen, um alle Klangmöglichkeiten der Orgel einmal zu wählen“, erklärte Cavelius die Funktionsweise.

Auf dem alten überdachten Bahnsteig des Restaurants „Nordbahnhof“ nahmen die Teilnehmer ihr Mittagessen ein. Für Heiterkeit sorgte das Gericht namens „Hoppel Poppel“ auf der Speisekarte: gebratene Blutwurst mit Bratkartoffeln, Speck, Zwiebeln und Salat. Nach dem Mittagessen ging es weiter Richtung Grefrath-Mülhausen zur Paramentenwerkstatt des Benediktinerinnen-Klosters Mariendonk. Schwester Mirjam OSB begann die Führung im Verkaufsraum, wo einige der im Kloster hergestellten Ornate ausgestellt waren. Dann führte sie die Gäste in den Raum der Stickerinnen, in dem die selbst hergestellten Stoffe bestickt werden.

Im Webraum bewunderten die Teilnehmer die insgesamt vier Handwebstühle und einen Hochwebstuhl. Schwester Mirjam führte vor, wie so ein Webstuhl bedient wird. „Sieben Stunden lang immer die gleichen Bewegungen —eine anstrengende Arbeit“, sagte Ronald Wasserrab, Organist und Hobbyfotograf aus Hürtgenwald. Nach dieser interessanten Vorführung hatten die Kirchenmusiker und Sakristane noch Gelegenheit, die Altstadt von Kempen zu besichtigen, bevor sie die Heimfahrt antraten. Weitere Informationen und viele Fotos von der Fahrt gibt es auf der Website www.eifelpanorama.de.

(pp)
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