Hohes Venn: Wanderwege wegen Brandgefahr gesperrt

Brandgefahr : Weite Teile des Hohen Venns gesperrt

Weite Teile des Hohen Venns sind zurzeit wegen Brandgefahr gesperrt. Das Zugangsverbot wird durch rote Fahnen an den Eingängen der betroffenen Vennflächen angezeigt. Gleichzeitig werden die Zugänge zu den Holzstegen durch Barrieren versperrt. Betroffen ist zum Beispiel das Brackvenn bei Mützenich.

Dieses Verbot gilt nicht für den Naturlehrpfad des Polleûr-Venns zwischen Baraque Michel und Mont-Rigi sowie den Lehrpfad Neûr Lowé.

Das Gleiche gilt für den Wanderweg, der südlich des Wallonischen Venns verläuft (aber nur von der Aussichtsplatte bei Botrange bis zur „Haie de Souck“), den Verbindungsweg von der „Voie Adam“ zum „Chemin de Bêleu“ und den Weg „Vecquée“. Auch die breiten Forststraßen, die um die gesperrten Gebiete herumführen, sind zugänglich. Die Entscheidung über die Sperrung der Venngebiete obliegt der Forstdirektion in Malmedy.

Eine weggeworfene Zigarette reicht aus

Die Oberfläche des Moores kann relativ schnell austrocknen und dann besteht die Gefahr, dass sich schnell große Flächen des Venns entzünden. Da reicht schon eine achtlos weggeworfene Zigarette.

„Besonders im Frühjahr und Sommer kann es trotz des kalten Klimas urplötzlich sehr heiß und trocken werden. In dieser Übergangsphase haben das Moor und seine Pflanzenbewohner noch keine frischen, grünen Triebe gebildet und für die trockenen Halme des vergangenen Jahres braucht es manchmal nur einen Funken um ein verheerendes Lauffeuer zu entfachen“, ist auf der Internetseite www.ostbelgien.eu zu lesen.

Weiter heißt es, Torffeuer könnten nur zu Fuß oder aus der Luft bekämpft werden. Oberirdische Feuer, angefacht durch den Wind, würden sich rasch ausbreiten, sie seien aber auch vergleichsweise schnell zu löschen. Anders sei es, wenn das Feuer unterirdisch brenne.

Feuer brannten manchmal Monate lang

In den vergangenen Jahrhunderten sei das Hohe Venn unzählige Male von solchen Bränden heimgesucht worden. Manchmal dauere es Monate, bis die unterirdischen Schwelbrände gelöscht seien, weil sich die Glutnester in den meterdicken Torfschichten lange halten.

Den letzten großen Brand im Hohen Venn gab es im April 2011. Damals verbrannte eine Fläche von mehr als 1500 Fußballfeldern, etwa ein Fünftel des Naturschutzgebietes war tot und verkohlt. Feuerwehrleute sprachen von dem größten Brand seit 60 Jahren.

1893 herrschte vom 18. März bis zum 2. Mai absolute Trockenheit. Vom 3 bis 23. April wütete ein großer Vennbrand.

In den Sommermonaten des Jahres 1921 tobte ein Brand vom Hilltal über den sogenannten Pannensterz bei Mützenich. Das Feuer breitete sich schließlich bis Roetgen aus.

1947 wüteten mehrere Waldbrände gleichzeitig im Monschauer Land – auch im Venn. Das ganze Hilltal, das Getzbachtal bis nach Reinartzhof und das Gebiet zwischen Mützenich, Konzen und Fringshaus standen in Flammen. Das Feuer hatte sich im Torfboden festgefressen und brannte noch wochenlang.

2004 hielt ein Großbrand die Feuerwehr in Atem. Für die Löscharbeiten forderten die belgischen Behörden auch Löschhubschrauber der Bundeswehr an.

Glimpflich verlief ein Vennbrand bei Reinartzhof im Herbst 2005. 50 Hektar brannten auf einem sehr schwer zugänglichen Gelände. 150 Feuerwehrleute aus Belgien und aus dem gesamten Kreis Aachen verhinderten Schlimmeres.

Ein Blitzschlag löste 2010 bei Hestreux einen Schwelbrand im Torf aus, der von außen zunächst nicht sichtbar war. Rund 2500 Quadratmeter brannten ab.

(ag)