Höhner meets Classic erfüllt beim Monschau-Festival alle Erwartungen

Monschau-Festival : Sechs Höhner und ein Orchester begeistern auf der Burg

Bereits zum vierten Mal begeisterte die Kölner Kultband Höhner beim Monschau-Festival.

Am Samstagabend waren die sechs Herren aus Köln, zum festlichen Anlass natürlich in dezentem Schwarz gekleidet, vor vollem Haus auf der Bühne der Monschauer Burg zu Gast und zelebrierten zur allgemeinen Begeisterung des Publikums in dem 800 Jahre alten Gemäuer zusammen mit den rund 50 hervorragenden Musikern des Orchesters der Jungen Sinfonie Köln unter Leitung von Sebastian Hässy einen Mix aus Stimmung und Gefühl.

Bei der vierten Auflage von „Höhner meets Classic“ stellte sich eigentlich nicht mehr die Frage, ob die Höhner inzwischen zum Monschauer Brauchtum gehören. Eher will man vermutlich wissen, ob die Band um Frontmann Henning Krautmacher zwischenzeitlich bei Bürgermeisterin Margareta Ritter einen Monschauer Pass beantragt hat – einen Kölschen hat sie schließlich schon.

Die spürbare Vorfreude der Gäste und angenehme Temperaturen waren die besten Voraussetzungen für einen stimmungsvollen Abend, der in diesem Jahr ganz im Zeichen großer Komponisten stand. Der „kölsche Jung“ Jaques Offenbach, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr zu feiern ist, und Beethoven wurden dabei im Wechselspiel zwischen Band und Orchester in den Vordergrund gestellt. Da durfte natürlich die Mondscheinsonate nicht fehlen, der ein schöner A-Capella-Gesang der Höhner von den Beatles („Because“) folgte. Nach den leisen Tönen kam die Burg unter rhythmischem Klatschen dann erstmals in Schwung, als es hieß „Komm, wir halten die Welt an“.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt merkten auch Erstbesucher, dass Band und Orchester eine Einheit bilden, die sich gegenseitig die Bälle zuspielt. Dabei versteht man sich auf das ernste und auch das heitere Fach, und Dirigent Sebastian Hässy steht mit seinen humorvollen Überleitungen Höhner-Frontmann Krautmacher kaum nach. Und selbstverständlich gehört es auch dazu, den Kontakt zum Publikum zu suchen. Da wird „Bärbelchen“ aus Dresden, unter besonderen Bedingungen angereist, von Henning Krautmacher unter Beifall besonders begrüßt, was die Sympathiewerte in die Höhe schnellen lässt.

Familientreffen auf der Burg: Brigitta und Horst Braun aus Simmerath kamen wegen dem Schlagzeuger der Höhner zum Konzert. Sohn Heiko Braun ist seit Mitte des letzten Jahres „Neu-Hohn“. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Unter den Zuschauern waren auch Brigitta und Horst Braun aus Simmerath, die wegen dem Schlagzeuger der Höhner zum Konzert gekommen waren. Sohn Heiko Braun ist seit Mitte des letzten Jahres „Neu-Hohn“, womit der Stolz der Eltern sicher zu verstehen ist.

Stehende Ovationen gab es dann kurz vor der Pause, als die Musiker des Orchesters der Jungen Sinfonie Köln unter Beweis stellten, dass man „Freude schöner Götterfunken“, „Oh Tannenbaum“ und den viel besungenen treuen Husar in einem Potpourri zusammenfassen und in einen musikalischen Hörgenuss verwandeln kann. „Mal sehen, ob ihr das toppen könnt“, meinte Dirigent Sebastian Hässy foppend zu den Höhnern.

Sie konnten auf jeden Fall mithalten und holten aus ihrem Musikrepertoire aus vier Jahrzehnten beispielsweise den Song vom „Karussällche“ hervor und glänzten dann im Zusammenspiel mit dem Orchester mit einem Arrangement von Orpheus in der Unterwelt. Allein dafür hatte man sich eine Eins mit Sternchen verdient.

Nach der Pause hielt es das Publikum dann immer seltener auf den Sitzen. Mit „Schenk mir dein Herz“, „Hey Kölle“ und „Viva Colonia“ standen die Höhner-Klassiker an, die schließlich im Rahmen der Zugaben mit dem Jahrhundert-Klassiker „Music“ von John Miles krönend abgeschlossen wurden.

Am Sonntag zog die Höhner-Karawane dann weiter. In der Kölner Philharmonie heißt es dann an drei Tagen Höhner Classic, und in Monschau hofft man natürlich, dass man die Kölner „Chicken Gang“, wie Henning Krautmacher seine Gruppe scherzhaft bezeichnete, im nächsten Jahr wieder auf der Burg erleben darf.