Nordeifel: Hitze muss man mit Kälte bekämpfen

Nordeifel: Hitze muss man mit Kälte bekämpfen

Ein Sommer ohne einen Besuch in der Eisdiele ist wie ein Winter ohne heißen Kakao oder Glühwein. Ein Eis geht immer und die leckere Mahlzeit bringt ein wenig Abkühlung in diesem heißen Sommer. Und auch bei kühleren Temperaturen lassen sich viele Eifeler die süße Speise nicht entgehen.

Auf dem Weg nach Hause, in der Mittagspause oder einfach nach der Fahrradtour macht sich ein Eis als Erfrischung gut. Wir haben in den Eisdielen der Eifel nachgefragt, welche Sorten besonders gut gehen und ob die Kühlungen in der Hitze Probleme machen.

Das neue Highlight in diesem Jahr ist in der Imgenbroicher Eisdiele Joghurt-Himbeer, das in diesem Jahr zum ersten Mal im Sortiment zu finden ist. „Aber auch Cookies geht sehr gut, besonders bei den Kindern”, verrät Eisverkäuferin Daniela Colman. „In diesem Sommer sind fruchtige Eissorten sehr beliebt. Ich mache meistens aus dem Obst Eis, das der Obstverkäufer mir morgens empfiehlt und so habe ich mal Mango, Kiwi oder Ananas. Das ist immer ganz unterschiedlich”, erklärt sie ihre Auswahl. Zwischen 18 und 20 Eissorten kann man in der Imgenbroicher Eisdiele vom Frühjahr bis zum Herbst wählen. Dann arbeitet die Familie an „Dingen, die liegen geblieben sind” und macht erst um die Weihnachtszeit einmal richtig Urlaub.

Das Familienunternehmen „Da Graziella” in Imgenbroich ist eine Anlaufstelle für ortsansässige Firmen oder Durchreisende, die sich auf der Fahrt in den Nationalpark ein Eis gönnen möchten. Am Wetter hat die Familie natürlich nichts auszusetzen, aber „wenn es zu schwül wird, bewegen sich die Leute auch nicht mehr.” Die Abkühlung tut also auch den Eisverkäufern gut.

Ebenfalls ein Familienunternehmen ist das Eiscafé „Zammatteo”, das nach 80 Jahren mit der vierten Generation eine Filiale in Roetgen eröffnet hat.

Bekannt aus Aachen oder Brand, wo sich ein weiteres „Zammatteo” befindet. Hier verkaufen sich die „klassischen” Eissorten wie Vanille, Schoko und Stracciatella am besten. Meistens wollen die Kunden ihr Eis aus dem Becher löffeln, „weil wir hier keine Fußgängerzone oder ähnliches haben und die Leute es meistens mit nach Hause in den Garten nehmen. Dann bietet sich ein Becher eher an”, erklärt Inhaber Molin Pradel.

Die Eisherstellung bereitet dem Roetgener mit 100 Prozent italienischem Blut bei diesem Wetter übrigens keine Probleme, denn schwitzen tut höchstens der, der hinter der Eismaschine steht. Auch im Winter kann Molin Pradel die Finger nicht vom Eis lassen, denn dann arbeitet er als Skilehrer. Bis dahin verkauft er jedoch bei schönem Wetter klassisches Eis an die Erwachsenen und an die Kinder natürlich das schlumpffarbige, das in seinem Laden den Namen „Himmelblau” trägt.

Das „Himmelblau” ist auch in der Eisdiele in Simmerath der Hit. Die Geschmacksrichtung des qietschblauen Eises ist übrigens Karamell. Der Geschmackstest mit verbundenen Augen beweist: Es schmeckt nicht anders als das braune Karamell-Eis, das die Erwachsenen kaufen. „Aber gerade kleine Kinder finden das blaue Eis nunmal spitze”, verrät Inhaberin Karin Hoesch. Für zehnjährige sei das Eis allerdings schon nicht mehr cool genug. Kalt genug ist es dagegen auch bei hohen Temperaturen in der Eistheke. „Zum Glück haben wir bei den Temperaturen keine Probleme mit der Kühlung.”

Nicht mehr im Sortiment hat Café Venezia das „Bier-Eis”, das im vergangenen Jahr Gesprächsthema an der Eistheke war. Angerührt mit frischem Hefeweizen sei das einfach nicht lange genug haltbar. „Das muss sofort verkauft werden, sonst schmeckt es nicht mehr.” Das Eis sei zwar nachgefragt worden, aber eben nicht in der Menge, die nötig gewesen wäre. 700 Kugeln formen die Eisverkäuferinnen aus einer großen Metallschüssel. Mehr los als in den anderen, weniger heißen Jahren sei in der Eisdiele nicht.

Allerdings geht erfrischendes Fruchteis in diesem Jahr besonders gut. Und auch hier hat Inhaberin Hoesch den Farb-Test gemacht. „Kiwi-Eis ohne Farbstoff ist weiß mit schwarzen Pünktchen”, erklärt sie. Also hatte sie weißes und grünes Kiwi-Eis im Angebot. Ihr Fazit: „Der Geschmack ist völlig identisch, aber niemand wollte das weiße Eis haben.” Auch Sahne darf für viele Schleckermäuler nicht fehlen, die ist in der Eisdiele allerdings ungesüßt.