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Historischer Jahrmarkt im Freilicht-Museum Kommern

25. Jahrmarkt anno dazumal : Selbst der Imbiss ist historisch

Grau-weiß karierte Handtücher hängen an den Stangen der Ausstellstützen, die die historischen Planen tragen: Statt Papierservietten gab es früher an den Imbiss-Ständen Handtücher für die Kundschaft, um ihre Hände vom Senf der Bratwürste zu reinigen.

Schließlich steht auch der historische Senf-Spender auf der Theke. Es sind eben nicht nur die historischen Schaustellungen, die auf dem 25. Jahrmarkt anno dazumal im LVR-Freilichtmuseum Kommern vom 15. bis 28. April die Entwicklung des Rummels auf den Volksfesten von 1880 bis in die 1960er-Jahre zeigen.

Das Museum legt bei seiner Traditionsveranstaltung Wert darauf, auch die „Dinge am Rande“ historisch exakt darzustellen. Und dazu gehören auch die Imbissbuden. „Müllers Wurstpavillon“ aus Bensberg, eine bis heute unverändert erhaltene Schlicht-Bude von gerade mal vier Quadratmetern, gehört ebenso dazu wie die Wurstbraterei, die der Bonner Schausteller Günter Eisbusch erst kürzlich vor dem Untergang gerettet hat und derzeit auf Hochtouren für den Museumsjahrmarkt restauriert.

Beide Holzbuden waren 1948, somit in der Zeit der Währungsreform, gebaut worden, als es den Deutschen nach dem Krieg endlich wieder besser ging und es wieder genügend Fleisch für Würste gab.

Die dritte historische Wurstbude, die der Jahrmarkt präsentiert, ist seit einigen Jahren im Besitz des Freilichtmuseums. Museumsrecherchen zufolge war sie kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von der Kölner Karussellbaufirma Achtendung gebaut worden. Sie hat den Krieg ohne Blessuren übelebt.