Lammersdorf: Hiobsbotschaft: Holzwurm befällt das Bauernmuseum

Lammersdorf: Hiobsbotschaft: Holzwurm befällt das Bauernmuseum

Georg Schruff, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf, hatte auf der Jahreshauptversammlung des Vereins, die am letzten Wochenende im „Lammersdorfer Hof“ stattfand, für die über 30 anwesenden Vereinsmitglieder nicht nur erfreuliche Mitteilungen zu verkünden.

Denn auf den mit 729 Mitgliedern größten Verein im Dorf der Bessemsbenger kommen im Zusammenhang mit dem Bauernmuseum finanzielle Belastungen in einer Größenordnung zu, die der Verein in keinster Weise alleine stemmen kann. Die Hiobsbotschaft besteht im Befall des Bauernmuseums durch den Holzwurm. Von Gutachterseite wurde im Hinblick auf die tragende Bausubstanz (Deckenbalkenlage) dringender Handlungsbedarf festgestellt. Für die Bekämpfung des „gewöhnlichen Nagekäfers“ führt das Sachverständigenbüro für Holzschutz im Rahmen einer sogenannten Heißluftanwendung Kosten von 20.000 bis 50.000 Euro an.

Darüber hinaus gab es aber auch positive Nachrichten. Über 800 Besucher fanden sich im vorigen Jahr im Bauernmuseum in der Bahnhofstraße ein und bei 20 Backvorführungen im Backhaus schauten 477 Kinder fasziniert zu. Zu den Besucherzahlen räumte Schrouff allerdings ein, dass man sich hier durch den am Bauernmuseum vorbeilaufenden Vennbahn-Radweg mehr versprochen habe.

Mit dem Verlauf des Museumfestes, das erstmals ausschließlich auf dem Vereinsgelände stattgefunden hatte, zeigte sich der Vorsitzende allerdings sehr zufrieden. Trotz der schlechten Wetterlage war die Resonanz groß, und das Fest konnte mit einem vierstelligen Gewinn abgeschlossen werden.

Erfreut zeigten sich alle Beteiligten über die Fertigstellung des neuen Info-Raumes im Bauernmuseum. Auch im Außenbereich wurde einiges zum Positiven geändert. Der Garten wurde unter weiblicher Regie wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht, wozu auch die gepflanzten Obstbäume zählten. Darüber hinaus konnte man die angrenzende Wiese für fünf Jahre kostengünstig von der Firma Junker pachten. Dieses Terrain und den hinteren Grundstücksbereich hat man zudem auf einer Gesamtlänge von 80 Metern mit einem repräsentativen Holzzaun versehen, an dessen Kosten sich die Firma Junker gleichfalls beteiligte.

Wieder zwei Theaterstücke

Georg Schruff bedankte sich in dem Zusammenhang auch bei der Gemeinde Simmerath für deren Zuschussgewährung. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns ergänzte hierzu, dass die Gemeinde seit vielen Jahren Mitglied des Heimatvereins sei und erklärte weiter: „Der Verein liegt mir auch persönlich am Herzen. Er bereichert das historisch kulturelle Angebot in der Gemeinde“. Zum Projekt der Naturkundlicher Bildungsstätte auf dem Gelände des Bauernmuseums hielt Hermanns fest, dass dies im Moment zurückgestellt sei.

Bernd Mertens informierte die Mitglieder anschließend darüber, dass die Arbeitskreise Heimatgeschichte und Mundart zusammengeschlossen wurden, und Lioba Wynands-Görke wies darauf hin, dass das nächste Weihnachtsmärchen am 2. und 3. Adventwochenende aufgeführt werde. Was dann auf den Bühnenbrettern des Pfarrheims für die Kinder geboten wird, steht noch nicht fest.

Das sieht beim Theater für die Erwachsenen laut Gerd Skropke anders aus. Nachdem man im letzten Jahr erfolgreich „Rabbatz im Altenheim“ aufführte, erfolgt nun Anfang Juni laut Skopke die logische Fortsetzung mit dem Stück „Chaos im Bestattungshaus“.

Heftig diskutiert wurden schließlich noch die seit 2002 unveränderten Mitgliedsbeiträge (Erwachsene zahlen beispielsweise 7 Euro jährlich), die auf Anregung von Georg Schruff auch zur Deckung der Museumskosten von über 6000 Euro jährlich angehoben werden sollten. Diesem Betrag standen Einnahmen aus Beiträgen von lediglich 4200 Euro gegenüber. Die Versammlung sprach sich schließlich für eine moderate Erhöhung aus.

(ho)
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