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Wetterrückblick in der Eifel: Heißes Sommerwetter und große Dürre im Juli

Wetterrückblick in der Eifel : Heißes Sommerwetter und große Dürre im Juli

Hitze und Trockenheit etablieren einen „Teufelskreis“ in der Eifel. Die Vegetation befindet sich im Dauerstress.

Das Zusammenspiel von Trockenheit und extremer Hitze in diesem Sommer ist für Deutschland bisher einmalig. Dürre und Hitze schaukelten sich gegenseitig hoch, und besonders auffällig war dabei die geringe Luftfeuchte. Durch die ausgetrockneten Böden verdunstete kaum noch Wasser, und die Vegetation befand sich im Dauerstress. Trockene Böden steigern zudem die Hitze und es entsteht der „Teufelskreis“ der positiven Rückkopplung.

Am heißesten Tag im vergangenen Juli (19.7.) erreichte uns extrem trockene Luft aus der Sahara mit Luftfeuchtewerten von nur 15-19 Prozent (Schmidt sogar 14 Prozent). Derzeit deutet nicht viel darauf hin, dass diese Wettersituation im August zu Ende geht. Tiefs machen eine großen Bogen um das Rheinland und die Eifel, und neue Hitzewellen werden kommen. Die Folgen werden in der Städteregion Aachen in Form von Bränden oder ausgetrockneten Flussbetten zu sehen oder zu spüren sein.

Der Sommermonat Juli lieferte in allen Höhenlagen so wenig Regen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, verbreitet fielen nur 20-40 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Im Kreis Aachen waren die Niederschlagssummen örtlich sogar geringer als 20 Liter pro Quadratmeter.

12 Liter in Aachen-Brand, 13 l in Lammersdorf, 15 l in Roetgen, Alsdorf und an der Kalltalsperre, sowie 19 l/qm in Höfen. In Mützenich fielen am 20.7 in 24 Stunden 24,2 /qm und auf dem Kermeter sogar 34 l/qm.

Auch die Sonne machte im Juli wie schon in den Vormonaten Überstunden. Folgende Summen wurden bereits gemeldet: Windpark Schöneseiffen-Wahlerscheid enorme 310 Stunden (Juli-Rekord: 317 Stunden 2006), Kalterherberg 274 Stunden, Aachen-Orsbach 265 Stunden und in Mützenich 245 Stunden. Optimale Bedingungen für die Energiegewinnung durch Solarstromanlagen.

Die Temperaturen

Zum Abschluss des Wetterrückblicks sollen noch die extremen Temperaturen betrachtet werden. Die Abweichungen vom langjährigen Mittelwert (1991-2020) betrugen +1,0 bis +1,5 Grad, waren also nicht so dramatisch hoch wie man es erwartet hätte. Zwischen Aachen und Höfen gehörte der Juli zu den zehn wärmsten seit mindestens 85 Jahren. Rekordhalter für den Monat Juli bleibt im Raum Kalterherberg der Juli 2006 mit einem Mittel von 19,6 Grad (in diesem Jahr 16,2 Grad in Kalterherberg).

Angenehm kühle Nächte zum Durchlüften (0,5 Grad am Boden im Rurtal zum Monatsbeginn), aber auch mehrere Hitzewellen waren ausschlaggebend für die Sommerqualität im Juli. Die Zahl der Sommertage über 25 Grad war sehr hoch und nahm erwartungsgemäß mit der Höhe ab (Aachen-Orsbach 11, Roetgen 10 und in Kalterherberg 9). Im Schnitt war zwischen Geilenkirchen und Höfen jeder dritte Tag ein Sommertag.

Die absolut höchsten Temperaturen bei sehr geringer Luftfeuchte wurden im Zustrom der Saharahitze am 19. Juli von den Beobachtern gemessen. Hier einige Werte zum Vergleich mit ihren privaten Messungen: Höfen 33.6 Grad, Schöneseiffen und Mützenich 34.5°, Kalterherberg und Lammersdorf 35.0°, Strauch Windpark 36.1°, Roetgen 37.2° (Stationsrekord 37.9° im Jahr 2019), Alsdorf 37.4°, Aachen-Brand 37.5°, Aachen-Orsbach 38.1° (neuer Julirekord für das zweite Monatsdrittel), Stolberg 38.2°, Alsdorf-Warden Deponie 38.9° und am Flughafen in Geilenkirchen sogar 39.3 Grad (Platz drei in NRW).