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Roetgen: Haus Jennepeter in Roetgen: „Die Pflege hat nie gelitten”

Roetgen : Haus Jennepeter in Roetgen: „Die Pflege hat nie gelitten”

Als „Haus des Lebens” definiert sich das Seniorenzentrum Haus Jennepeter in Roetgen. Und Leben soll auch weiterhin in der Einrichtung herrschen, selbst wenn das Haus seit seiner Eröffnung im Jahre 2001 seine bisher schwerste Krise meistert.

Das Haus Jennepeter, mitten im Ortskern gelegen, geriet in wirtschaftliche Schieflage und befindet sich derzeit in einem Insolvenzverfahren.

Noch läuft das Verfahren, doch die Zeichen dafür, dass das Haus in Zukunft wieder auf einer wirtschaftlich stabilen Basis steht, sind sehr positiv. Dass der Glaube an den Fortbestand des Hauses nicht erschüttert ist, zeigt auch die Tatsache, dass am nächsten Sonntag zu einem Sommerfest eingeladen wird.

„Der Betrieb geht weiter”, räumt Insolvenzverwalter Carsten Lange allerlei Gerüchte vom Tisch. Der Aachener Rechtsanwalt. betont, dass man auf einem guten Weg sei, das Haus wieder auf eine stabile wirtschaftliche Basis zu stellen. Die Prüfung des Insolvenzverwalters hatte ergeben, „dass das Haus zu kostenintensiv betrieben wurde.”

Wichtig ist für ihn aber die Feststellung, „dass die Qualitäts-Standards zu jeder Zeit eingehalten wurden”, und auch die Heimaufsicht des Kreises Aachen, die in diesen Wochen naturgemäß häufiger zu Gast ist, „nichts zu beanstanden hat.” Carsten Lange hofft nun, dass die Insolvenz als Chance genutzt wird, mit einem neuen Träger „kostenbewusster” zu arbeiten.

Diese Hoffnung äußert auch Sabine Huppertz, die am 1. Mai die Geschäftsführung des Hauses Jennepeter übernahm und von der wenige Wochen später eintretenden Insolvenz völlig überrascht wurde. Seit der Gründung des Seniorenzentrums in der Jennepeterstraße ist sie Gesellschafterin der Trägergesellschaft Haus Jennepeter GmbH. Deren Geschäftsabläufe seien ihr aber nicht bekannt gewesen. In den zurückliegenden acht Jahren habe es mehrfach Wechsel in der Geschäftsführung gegeben.

Die etwa 50 Mitarbeiter des Hauses wie auch die derzeit 50 Bewohner des Hauses (insgesamt stehen 62 Pflegeplätze zur Verfügung) und deren Angehörige wurde seinerzeit über die Insolvenz informiert. Der Teamgeist der Mitarbeiter aber habe danach nicht gelitten, und insgesamt sei die neue Situation „positiver aufgenommen worden als gedacht”. Auch die Gehälter würden pünktlich gezahlt. Eine Reduzierung der Arbeitsplätze sei nicht vorgesehen.

Was für Sabine Huppertz aber von entscheidender Bedeutung ist: „Die Pflege hat nie gelitten.” Auch bei den unangekündigten Prüfungen des Medizinischen Dienstes habe das Haus Jennepeter immer gut abgeschnitten. Die Bewohner seien zu jedem Zeitpunkt „vernünftig versorgt” worden, und ein strukturierter Tagesablauf sei jederzeit gewährleistet worden.

Dass das Haus die Phase bis zur Insolvenzeröffnung gut meistert, macht Sabine Huppertz auch daran fest, dass es in den vergangenen Wochen mehrere Neuaufnahmen gab, und nun auch wieder die Kurzeitpflege angeboten werde

Auch die neue Geschäftsführerin sieht die Chance zum Neuanfang im Haus Jennepeter. Man stehe im Gespräch mit mehreren möglichen neuen Trägern. In spätestens zwei Monaten soll eine Entscheidung gefallen sein. Sabine Huppertz: „Ich habe immer an dieses Haus geglaubt.”