Nordeifel: Hauptsache bunt: Mit Frühblühern in den Frühling

Nordeifel: Hauptsache bunt: Mit Frühblühern in den Frühling

Die kümmerlichen Überreste von Heidekraut, Silberblatt und Co. liegen auf einem Haufen hinter den Gewächshäusern von der Gärtnerei Keischgens in Simmerath: Enttopft, entwurzelt und jetzt reif für den Kompost. Denn sie sind Zeichen des Winters. Beinhart trotzten sie Schnee und klirrender Kälte, aber nun müssen sie weichen. Denn gegen den Frühling haben sie einfach keine Chance.

Rund 23000 Töpfchen allein an Hornveilchen stehen nämlich schon bei der Gärtnerei Keischgens in den Startlöchern. Sie werden in den kommenden Tagen in die Blumengeschäfte verteilt. Und in wenigen Wochen, da ist sich Gärtner Markus Keischgens sicher, werden sie alle längst verkauft sein.

Denn auch in der Eifel hält so langsam der Lenz Einzug. Und obwohl man sich an manchen Tagen bei eisigem Wind noch immer am Liebsten mit Schal und Mütze bewaffnet, locken doch die ersten Sonnenstrahlen fast magisch ins Grüne — vor allem wenn sich am Wochenende die Vorhersagen tatsächlich bewahrheiten sollten und der Wettergott das Thermometer auf 17 Grad ansteigen lässt.

Den Winter haben die meisten Leute mittlerweile gehörig satt, alle Welt will Frühling. Und den holt man sich zur Not selbst in Haus, wenn die Natur noch nicht überall ganz so weit ist. Darauf sind Gärtnereien und Blumengeschäfte vorbereitet: Hornveilchen, Krokusse und Schneeglöckchen stehen wie die Soldaten aufgereiht und weben einen farbenfrohen Blumenteppich.

Diese ersten Frühjahrsboten seien eigentlich am beliebtesten, so die frisch gebackene Floristmeisterin Andrea Haas, die bei Blumen Pauls in Konzen arbeitet.

Ob Ranunkeln, Tulpen und Fresien als Schnittblumen für die Vasen, oder Primeln, Narzissen und Vergissmeinnicht im Topf — viele Blumen, die sich eigentlich draußen wohler fühlen, werden dann als Vorboten der wärmeren Jahreszeit in den vier Wänden zelebriert. Selbst wenn sie dort nicht lange überleben, erzählt Haas.

Aber das scheint egal. Das Wichtigste sei, Frühling zu erleben. Trends der diesjährigen Blumenpracht kennt sie eigentlich nicht. Eigentlich gibt es nur ein ehernes Gebot: „Hauptsache bunt!“ sagt die Floristin.

Und genau aus diesem Grund hat sich Markus Keischgens beim Pflanzen in der Farbpalette wohlwissend vor gedeckten Tönen gehütet und sich für kräftige und lebensfrohe Nuancen von gelb, orange, blau und pink entschieden, die jetzt nur noch auf ein neues Zuhause warten.