Simmerath: Handel mit gefälschten Führerscheinen: Simmerather gibt Betrug zu

Simmerath: Handel mit gefälschten Führerscheinen: Simmerather gibt Betrug zu

Ein Angeklagter aus Simmerath hat einen Serienbetrug mit falschen Führerscheinen zugegeben. Vor dem Landgericht in Wuppertal nahm er am Mittwoch seine Berufung zurück und räumte so ein: Er hat per Versandhandel Plastikkärtchen mit Übersetzungen von Papieren als angebliche internationale Führerscheine verkauft.

Seine Opfer stammen wie er aus dem Iran, konnten aber weniger Deutsch und kannten sich mit europäischen Behörden schlecht aus. Durch das Geständnis sind neun Monate Bewährungsstrafe rechtskräftig.

Aufgefallen waren die Taten durch den Autounfall eines Studenten (26) im August 2013 im Bergischen Land. Dabei war es zu Blechschäden gekommen. Der Fahrer zeigte einem Polizisten vor Ort seinen vermeintlichen Führerschein — und wurde sofort festgenommen.

Die Beamten wollten prüfen, woher er diese Fälschung hatte. Im Zeugenstand berichtete der Mann, der inzwischen berufstätig ist: „Ich musste den ganzen Unfallschaden selbst zahlen. Ich habe Nebenjobs angenommen, um 10.000 Euro Schulden und Geldstrafe abzuarbeiten.“ Der 26-Jährige war wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Simmerather noch zwei weitere Betrugstaten nachgewiesen. Die Kunden in diesen Fällen waren Verwandte des 26-Jährigen, die vor dem Unfall auf dessen Empfehlung gekauft hatten. Zusätzlich hatte der Simmerather Werbung gemacht — in einem Magazin, das sich an Iraner in Deutschland richtet. Diese Führerscheine seien in 196 Ländern gültig für 20 Jahre.

Das Landgericht hatte aufwändige eigene Ermittlungen angestellt: Demnach soll der Angeklagte seit 2007 erfolglos versucht haben, seinen eigenen iranischen Führerschein umschreiben zu lassen. Er sei viermal durch die Theorieprüfung gefallen. Eine Akte über einen Tempoverstoß gebe es trotzdem.

Die Vorsitzende Richterin legte dem Mann schließlich nahe, das frühere Urteil des Amtsgerichts anzunehmen: „Sie wissen ganz genau, wer in Deutschland für Führerscheine zuständig ist.“ Sie fügte hinzu: „Wir sehen es als erheblich strafschärfend an, wie gemeingefährlich diese Taten waren. Denn mit diesen angeblichen Führerscheinen sind Leute gefahren.“

Das Gericht wolle prüfen, ob es eine Wiedergutmachung für den 26-Jährigen zur Auflage machen könne. Das gab anscheinend den Ausschlag. Der Angeklagte muss damit rechnen, dass die Staatsanwaltschaft im Hinblick auf mutmaßliche weitere Taten den Hinweisen nachgeht, die sich im Prozess ergeben haben.

(lotze)