Monschau: Gutachten soll Licht in den dunklen Wald bringen

Monschau: Gutachten soll Licht in den dunklen Wald bringen

Die Stadt Monschau sucht nach neuen Geldquellen, weil sie einerseits tief verschuldet ist und vorerst bis 2013 keine neuen Kredite für Investitionen aufnehmen wird, andererseits aber mit dem Schwimmhallenneubau eine große Investition vor der Brust hat.

Ein probates Mittel ist da die Veräußerung von Gebäuden und Liegenschaften - oder „Tafelsiber”, wie die Gegner solcher Verkaufsaktionen dann gerne zu sagen pflegen.

„Die Verwaltung prüft bereits seit Jahresbeginn die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Umsetzung der jetzt im Haushalt manifestierten Finanzierungsstrategie. Dazu zählt neben der Veräuerung kleinerer Waldparzellen außerhalb der Hauptbetriebsfläche auch die Möglichkeit eines Waldtausches mit Wertausgleich zwischen der Stadt Monschau und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, durch den sich fiskalische und touristische Interessen der Stadt verbinden ließen”, erläuterte Bürgermeisterin Margareta Ritter jetzt im Monschauer Umweltausschuss.

Dort erläuterte Ritter nun erstmals konkret und öffentlich, um welche Flächen es sich handelt, die die Stadt möglicherweise mit Gewinn tauschen möchte. Es handelt sich um eine gut 300 Hektar große, „sehr wertvolle” (Ritter) Waldfläche im Bereich Wahlerscheid, die man gegen ein cirka 240 Hektar großes Staatswaldstück zwischen Norbertuskapelle und Dreistegen (Oberes Rurtal/Schwingsborn) gewinnbringend tauschen möchte.

Beide Seiten - Stadt und Landesbetrieb - haben in ersten Gesprächen Interesse an einem Tauschgeschäft bekundet. „Aber über Zahlen wurde noch nicht gesprochen”, versicherte die Bürgermeisterin, die Verständnis dafür zeigte, dass bei einer Diskussion um Waldverkauf immer auch Emotionen mit im Spiel seien.

Die Debatte über den Waldverkauf sei zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, stellte Waltraud Haake für die CDU fest und bedauerte, dass „vor allem seitens der SPD das Thema öffentlich diskutiert und emotionalisiert” worden sei, ohne konkrete Informationen an der Hand zu haben und ehe eine Begutachtung erfolgt sei.

Gregor Mathar rechtfertigte die Haltung der Sozialdemokraten: „Die SPD hat einen Grundsatzbeschluss gegen jeglichen Waldverkauf gefasst. Wir halten von daher schon ein Gutachten zu einem möglichen Waldverkauf für überflüssig und kontraproduktiv”, lehnte Mathar das Tauschgeschäft grundweg ab.

Das Gutachten einer unabhängigen Stelle soll Klarheit darüber bringen, welchen Wert der zu tauschende Wald tatsächlich hat und wie hoch der Gewinn sein könnte, den die Stadt daraus zieht. „Es werden nicht die zwei Millionen Euro sein, die wir für die Schwimmhalle benötigen”, sagte Margareta Ritter. Die Einnahme werde aber zusammen mit anderen Erlösen dazu führen, dass die Stadt, wie beschlossen, dafür keinen neuen Kredit aufnehmen müsse.

Dem Waldtausch, zumindest aber einer genauen Prüfung und einem Gutachten nicht abgeneigt zeigten sich die übrigen Fraktionen. Die Stadt könne nur gewinnen, wenn durch einen solchen Tausch die Schwimmbad-Finanzierung ohne Kredite machbar sei, meinte Grünen-Sprecher Gerd Goebel, während auch FDP-Vertreter Kurt Victor riet, das Gutachten abzuwarten und dann weiter zu diskutieren. Ralf Güttes von der Fraktion Bürgerforum 21/Die Linke hält die Flächen, die die Stadt Monschau im Falle eines Tauschgeschäfts erhalten würde, durchaus für touristisch interessant, beispielsweise im Bereich Reichenstein und Perlenbachtalsperre.

Nun aber sollen zunächst Zahlen auf den Tisch. Der Umweltausschuss beauftragte die Verwaltung, die Möglichkeiten eines Waldtausches mit Wertausgleich zu prüfen und ein entsprechendes Wertgutachten für die in der Diskussion stehenden Waldflächen in Auftrag zu geben.