Monschau: Gruselig gewinnt beim „Happy Halloween“

Monschau: Gruselig gewinnt beim „Happy Halloween“

„Die Bilanz ist ausgesprochen positiv“, sagt Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik und bezieht sich dabei auf das „Happy Halloween“ in der Altstadt am vergangenen Wochenende. Am Sonntag nahm sie auf der großen Bühne auf dem Marktplatz die Auszeichnungen derjenigen vor, die zu einer gelungenen Veranstaltung beigetragen hatten.

Wie in den vergangenen Jahren wurden diejenigen Altstädter geehrt, die sich in besonderer Weise für die Gestaltung ihrer Häuser eingesetzt hatten. Der sogenannte „Hausschmuck“ ist ein wesentlicher Bestandteil des Halloween und sorgt mit dafür, dass die schaurig-lustigen Stadtführungen für alle Besucher ein atmosphärisches Erlebnis werden. Das wissen auch die ehrenamtlichen „Geisterführer“ Franz-Josef und Christoph Kaulen, Anne Pröpper, Paul Siebertz, Uwe Kappe und Peter Dick, die bis spät in die Nacht Besuchergruppen an den Häusern entlang begleiteten.

Auch diesmal waren es wieder die Favoriten der vergangenen Jahre, die die ersten Plätze untereinander ausmachten. Sieger der „Hausschmücker“ wurde, wie im vergangenen Jahr, Rita Kals mit ihrem Gästehaus „Luise“ am oberen Mühlenberg. Sie und ihre Helfer unterstützten tatkräftig und mit lautem Getöse die Geisterführungen, die an dem Häuschen vorbeikamen.

Das Haus ist aufwendig geschmückt und leuchtet schaurig im Dunkeln — ein echter Blickfang. Aber diese Gestaltung ist nur Teil einer Performance mit einer klaren Dramaturgie. Rita Kals selbst steht auf dem Balkon, zieht an den Ketten, in denen ein schrecklich schreiender Clown hängt; währenddessen wankt eine Gestalt den Besuchern entgegen und schreit nach Fleisch — oder nach einer Frau, je nach Stimmung. Das Gästehaus gehört nicht zu den vorgesehenen Schauerstationen, Kals und ihr Team sorgen aber dennoch dafür, dass der schmale Weg an ihrem Haus vorbei für einige zur Mutprobe wird.

Den zweiten Platz belegte die Familie Dick. Während Vater Peter als „Marquis“ Besucher durch die Straßen führte, hatten seine Frau Danja sowie die Söhne Benjamin und Florian auf ihrer Schauerstation „Mittelerde“ für Angst und Schrecken gesorgt.

Ufos und eine Menge Knochen

Darüber hinaus hatten sie in ihrem Garten am Schaufenberg eine technisch anspruchsvolle Konstruktion gebaut — „und das, obwohl die offiziellen Stadtführungen dort gar nicht vorbeiführen“, wie Barbara Frohnhoff betonte das besondere Engagement der Familie. Die Konstruktion zeigt Außerirdische, Ufos und eine Menge Knochen; alles Mögliche bewegt sich, es nebelt, macht gruselige Geräusche. Wer genau hinschaut, sieht auf dem qualmenden Ufo sogar das „VW“-Zeichen — ein kabarettistischer Seitenhieb auf die Diesel-Abgasaffäre.

Platz Drei teilen sich Familie Engert aus der Kirchstraße, die auf ihrem Grundstück eine unheimliche Gräbergruppe mit Leichnamen versehen hatte und damit genau auf der Route der Stadtführungen lag, und Helmi Lück, die mit viel Kreativität und Geschick die Eschbachstraße zu einem romantisch-schaurigen Halloween-Ort umgestaltete.

Alle Sieger sowie die vielen ungenannten Monschauer, die mit Herzblut, Liebe und viel Arbeit ihre Altstadt zu einem wunderbaren Ort für Halloween-Besucher machten, tun dies aus eigenem Antrieb und Spaß an der Sache. Und so standen die „Hausschmücker“ auf der Bühne auch stellvertretend für alle, die mitgewirkt und mitgearbeitet hatten, und — wie Barbara Frohnhoff betont — ohne die „solch ein Ereignis wie das Happy Halloween gar nicht laufen würde“.

(Egl)