Monschau: Grünes Licht für Erholungsklinik im Grünental

Monschau: Grünes Licht für Erholungsklinik im Grünental

Vor über drei Jahren, am 8. Juli 2014, befasste sich der Monschauer Bau- und Planungsausschuss erstmals mit dem ehrgeizigen Projekt — nun wurde im gleichen Gremium die Kurklinik im Grünental endgültig auf den Weg gebracht.

„Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem mutigen Projekt“, wandte sich Ausschussvorsitzender Manfred Schneider nach dem Beschluss an die Investoren und Eigentümer der Anlage im Grünental, die die Sitzung im Zuschauerraum verfolgt hatten.

Klinik in den Niederlanden

Zuvor hatte der Ausschuss jeweils einstimmig dem Abschluss eines Durchführungsvertrages über das Gesamtprojekt wie auch der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans zugestimmt und hatten Sprecher aller Fraktionen das Projekt nochmals positiv bewertet. Der Bebauungsplan soll Baurecht für eine therapeutische Hotelanlage für Burn-Out-Patienten schaffen. Der Grundstückseigentümer betreibt bereits seit vielen Jahren in den Niederlanden eine Klinik für diesen Patientenkreis.

Das Plangebiet umfasst eine Fläche von etwa 1,7 Hektar. Der Planungsausschuss der Stadt Monschau fasste bereits im Juni 2014 einen Aufstellungsbeschluss für ein Bauleitplanverfahren, das das gesamte, direkt am Rurufer gelegene Areal umfasste, also auch jenen Bereich, wo früher ein Campingplatz lag.

Im Beteiligungsverfahren zeigte sich dann aber, dass die großräumige Planung den Belangen von Umwelt- und Naturschutz entgegenstand, so dass im Februar 2016 ein erneuter Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit einem deutlich reduzierten Planbereich gefasst wurde. Im Juni 2017 war das Vorhaben auch Thema in der Sitzung des Naturschutzbeirates der Städteregion Aachen. „Dessen Bedenken wurden weitgehend berücksichtigt, hatten aber keinen weiteren Einfluss auf die Umsetzung des Projekts“, berichtete Bürgermeisterin Margareta Ritter nun im Bau- und Planungsausschuss.

Den zentralen Bereich der Kur-anlage bilden die Grundmauern der ehemaligen Tuchmacherfabrik „Grünental“ und deren noch vorhandenen Bauwerke. Diese sind nach Aussage des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland ein bedeutendes sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Denkmal.

„Das geplante Vorhaben dient im Wesentlichen der Reaktivierung der historischen Baustruktur als Raum für eine neue Nutzung sowie der Erholung. Es sollen künftig ruhebedürftige Gäste beherbergt und therapiert werden. Hierfür ist neben Übernachtungsmöglichkeiten, Seminar- und Gymnastikräumen auch ein kleiner Wellness-Bereich erforderlich“, heißt es in der Darstellung des Projekts.

Zwei Bauabschnitte

Es sind ein- bis zweigeschossige, an das Landschaftsbild angepasste Gebäude geplant. Zunächst sollen fünf Zimmer für etwa zehn Gäste sowie ein Gaststättenbetrieb für 50 Personen realisiert werden. In einem zweiten Bauabschnitt sollen weitere Gästezimmer errichtet werden.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Areal als Freizeit- und Campingplatz genutzt. Das Haupthaus wurde in den letzten Jahren saniert und dient nun als Wohnraum für den Eigentümer sowie als Gaststätte. Ein weiterer Planinhalt ist der geplante Lückenschluss des Rurufer-Radweges zwischen der Rurbrücke in Widdau und der Altstadt von Monschau und dessen verbindliche Absicherung.

Mit der geplanten Nutzung werde „wieder eine höhere Intensität und Frequentierung einhergehen. Eine über das Maß der Immissionen des ehemaligen Campingplatzes steigende Belastung auf das Umfeld ist jedoch nicht zu erwarten“, heißt es weiter in der Vorlage. Dies habe die artenschutzrechtliche Prüfung ergeben. Somit bestünden aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde keine Bedenken für die Aufstellung des Plans.

Berücksichtigt wurde bei der Abwägung der behördlichen Stellungnahmen zum vorliegenden Plan unter anderem auch die Forderung des Umweltamtes, das die Freihaltung eines fünf Meter breiten Schutzstreifens entlang der Rur vorgeschlagen hatte. Im Durchführungsvertrag muss der Investor zudem einen Finanzierungsplan aufzeigen und sich verpflichten, nach dem ersten Bauabschnitt einen Kanalanschluss herzustellen. Bis dahin entwässert die gesamte Anlage im Grünental in eine geschlossene Grube.

(hes)