Roetgen: Grüne sprechen von „langfristiger Waldzerstörung“

Roetgen: Grüne sprechen von „langfristiger Waldzerstörung“

Inzwischen ist der neue Waldweg zwischen Hubertusweg (Sauvennschneise) und Birkhahnkopfweg im Roetgener Wald gebaut.

„Es ist guter Brauch, nach Abschluss einer Maßnahme Kosten und Nutzen zu analysieren, um daraus für weitere Maßnahmen Schlüsse zu ziehen. Deshalb bitten wir darum, uns einige Fragen zu den Wegebaumaßnahmen — möglichst bis zum 24. August zwecks Vorbereitung auf die Sitzung des Hauptausschusses — zu beantworten“, wünschen die Roetgener Grünen jetzt in einem Antrag an die Gemeindeverwaltung.

Im einzelnen hätte die Fraktion gerne 13 Fragen beantwortetet: 1. Was hat der Waldweg endgültig gekostet? 2. Wie viel Hektar Wald wird damit zukünftig nicht mehr aufgeforstet? 3. Welcher Barwert für diesen Nutzungsentzug wurde berechnet? 4. Durch den Bau dieses Weges soll wohl der Einsatz von schweren Erntegeräten (Harvester) ermöglicht werden. Wie groß ist das dadurch erschlossene Erntegebiet? Was sind die Einsparungen durch Harvester p.a. gegenüber konventionellem Holzeinschlag? Berechnet auf welcher Grundlage?

5. Gibt es weitere Gründe, die die langfristige Zerstörung von nahezu einem Hektar Wald rechtfertigen? 6. Der Weg führt durch ein bisher sumpfiges Waldgebiet. Dementsprechend sind umfangreiche Drainagegräben angelegt worden. Wie groß ist das Waldgebiet, das dadurch entwässert wird?

7. Eine beschleunigte Entwässerung gerade der Sumpfgebiete erhöht das Wasseraufkommen am Unterlauf der Vicht. Welche Berechnungen wurden angestellt, um die zusätzlichen Wassermengen bei Starkregen (z. B. 50 l/m² in wenigen Stunden) zu berechnen, die dadurch über den Schleebach der Vicht zugeführt werden. (Dies ist besonders wichtig, da die ständig steigende Entwässerung im gesamten Gebiet von Roetgen eine wesentliche Ursache für die Notwendigkeit des zusätzlichen Damms in Rott/Mulartshütte ist). Wurde dies mit den entsprechenden planenden Stellen besprochen?

8. Sumpfgebiete sind häufig ökologisch besonders wertvoll. Wurde vor Beginn der Baumaßnahme eine ökologische Begutachtung (z. B. in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station der Städteregion) vorgenommen? Mit welchem Ergebnis? 9. Der angrenzende Waldboden ist ausgesprochen rabiat und breitflächig zerstört worden. Aus welcher Notwendigkeit heraus ist das geschehen?

10. Warum wurde der neue Weg vom Birkhahnkopfweg aus erschlossen? Dies hatte zur Folge, dass über mehrere Tage 40 Tonnen-Laster über den Sternweg und den Birkhahnkopfweg das Baumaterial geliefert haben. Mit welchen vorzeitigen Schäden auf dem Sternweg, dem Birkhahnkopfweg und dem Hubertusweg ist zu rechnen? Wie wird das in der Kostenrechnung erfasst?

11. In den Tagen um den 8. Juli. wurde wieder einmal ein 1000- l-Dieseltank in den Wald gestellt (Kreuzung Birkhahnkopfweg, Vennbahn.) War dies wasserrechtlich überhaupt zulässig? Zu welchem Zweck wurde der Tank aufgestellt? Wegen des Neubaus des Waldweges oder wieder für den Harvester? Darüber hinaus gab die auf dem Tank angebrachte Plakette die Auskunft, dass der Tank zum letzten Mal vor 10 Jahren eine Inspektion hatte und vor 15 Jahren das letzte Mal dichtungstechnisch überprüft wurde. Ist dies überhaupt und vor allem in diesem sensiblen Bereich zulässig?

12. Der Rakkeschweg wurde ebenfalls neu gemacht. Er war für normale Waldfahrzeuge noch vollständig gut in Schuss. Weshalb musste er dennoch neugemacht werden und was hat das gekostet? 13. Die Erneuerung hat eine monatelange Sperrung des Weges für Reiter zur Folge. Warum wurde das jetzt in der Sommerzeit, wo viele Reiter unterwegs sind, gemacht? Gibt es einen schwerwiegenden fachlichen Grund, dass dies nicht erst im Herbst hätte gemacht werden können?

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