Aachen/Würselen: Grüne sind zwei Jahre nach der Fusion mit sich zufrieden

Aachen/Würselen: Grüne sind zwei Jahre nach der Fusion mit sich zufrieden

Bei den Grünen war die Welt zuletzt ziemlich in Ordnung. Das gilt für die Bundesebene ebenso wie für die Grünen in der Städteregion. Vor nunmehr zwei Jahren sind diese aus der Fusion von Kreis- und Stadtverband hervorgegangen. Die Amtszeit des ersten Vorstands läuft somit aus, weshalb die Partei am Samstag zur Mitgliederversammlung nach Würselen ins Alte Rathaus eingeladen hatte.

Zusammen ist man mittlerweile in nicht weniger als vier Wahlkämpfen angetreten, und das Fazit nach zwei Jahren in einem Boot fiel durchweg positiv aus. „Der wesentliche Vorteil ist, dass wir in der Städteregion mit einer Stimme sprechen können. Das haben wir der politischen Konkurrenz voraus”, stellte der Vorsitzende Dr. Thomas Griese fest. Auch habe Aachen innerhalb der eigenen Reihen an Bedeutung gewonnen. Immerhin stelle man nach Köln mittlerweile den zweitstärksten Verband in NRW. Nebenbei freute Griese sich noch über „eine absolut brummende Geschäftsstelle, in der immer was los ist”.

Griese erntete für sein Frohlocken keinen Widerspruch. Wenig überraschend also, dass der Vorstand nahezu ohne personelle Veränderungen in die nächste Amtszeit gehen wird. Einziger Neuling unter den Kandidierenden war Lars Lübben, der zu Grieses Stellvertreter gewählt wurde. Griese wiederum wurde mit hundertprozentiger Zustimmung als Vorsitzender bestätigt.

Breiten Rückhalt genießt auch Grieses weibliches Pendant, die Vorsitzende Ingrid von Morandell, die 61 von 64 möglichen Ja-Stimmen erhielt. Komplettiert wird die Führungsriege künftig durch Morandells Stellvertreterinnen Bettina Herlitzius (60 Ja-Stimmen) und Karin Schmitt-Promny (54) sowie Schatzmeister Christoph Siemon (60).

Damit der grüne Höhenflug sich fortsetzt, will Griese auch künftig auf „sachbezogenes Arbeiten” setzen, „ohne uns von Lobby-Interessen beeinflussen zu lassen”. Und ebenso wenig von Bürgern, die sich an Windrädern stören. Über „die eine oder andere optische Beeinträchtigung”, stellte der Vorsitzende klar, müsse beim Thema Windräder kurzerhand hinweggesehen werden.

Die „Schrottreaktoren” der großen Energiekonzerne hingegen sollen besser früher als später aus der Landschaft verschwinden. Zumal die aktuelle Bundesregierung bislang entgegengesetzte Ziele verfolgt hat. „Dass die Schwarz-Gelben an den Atomausstieg rangehen, war zu erwarten. Aber wie sie das und auch anderes gemacht haben, das war ja himmelschreiend. Unsere Aufgabe wird es sein, diese skandalöse Klientelpolitik bloßzustellen und unsere Alternativen aufzuzeigen.”

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