Großer Erntedankzug zieht durch Mützenich

Großer Erntedankzug in Mützenich : Buntes Spektakel mit viel Liebe zur Natur

Unglaublich viele Ideen, ernste und humorvolle, vor allem aber auch ganz viel Herzblut und die Liebe zur Natur - das erlebten die vielen Tausend Menschen, die am Sonntagnachmittag den Zugweg säumten. In Mützenich bewegte sich der 65. Erntedankzug durch die Straßen.

Als einer der ersten Wagen zog der Erntedankclub „Schobbe“ an den staunenden Zuschauern vorbei. Seit genau 40 Jahren ist der Club im Herbst mit am Start. Zu den Urgesteinen gehören Oswald Klee, Bernd Jentges, Lothar Sommer und Reiner Förster. Sprecher und Kopf der Gruppe ist seit vielen Jahren Karl „Schobbe“ Volpatti, in dessen Scheune eben auch in den vergangenen Jahren sowie aktuell die jeweiligen Motto-Wagen gebaut werden.

Den Jubiläumswagen 2018 zierten einzelne Kisten, die hübsch zurechtgemacht waren, mit kleinen Details. Die Details und die jeweilige Jahreszahl wiesen dann auf die vergangenen Jahre und die jeweiligen Themen hin: Hühnerzucht 1988, Brennnesseln 2003, Weinlese 1982 und Kartoffeln 1978 – kein Thema, was der Erntedankclub „Schobbe“ nicht schon behandelt hätte.

Schobbe Karl ist besonders stolz auf diese Tradition. Er sagt: „Das Fest wird immer größer und was uns besonders freut, ist, dass alle Generationen dabei sind. Unsere Kinder bauen inzwischen ihre eigenen Wagen, das ist einfach super und darauf sind wir stolz.“

Jedes einzelne Zugmitglied, und das jüngste war wahrscheinlich ein Kind von drei Monaten, in einem Kinderwagen liegend, war irgendwie vom Aussehen her mit dem Erntedankfest verbunden: karierte Hemden, Schürzen, zünftige Arbeitshosen, bei den Männern kernige Kopfbedeckungen und bei den Mädels hübsch geflochtene Zöpfe.

Chiara Gerhards, 16 Jahre, hatte beidseitig bereits am Oberkopf eingeflochtene, kunstvoll aussehende Zöpfe. Chiara Gerhards: „Das hat meine Cousine Janine in fünf bis zehn Minuten kurz vor dem Erntedankzug noch geflochten.“

Ebenso charakteristisch waren die Wagen ausgestattet. Ein immer noch herrlich gesund tuckernder Deutz D15, Baujahr 1950, trieb mit seiner Welle einen Grill an, auf dem ein Spanferkel aufgespießt war. 22 Kilogramm brieten auf dem Wagen, den einige Freunde aus Mützenich zusammen auf die Räder gestellt hatten, über einem Feuer.

Kleine Stücke von einem frisch gebratenen Spanferkel verteilte diese Zugteilnehmerin an die vielen Besucher. Foto: Gudrun Klinkhammer

Eine echte Destille hatten Freunde vom Plattevenn auf ihren Anhänger bugsiert. Der Venndruide rührte, auf einem Hänger der Familien Felser und Lenzen sitzend, in einem dicken Topf, in dem eine Seifenblasenmaschine für viel Bewegung innen und außen sorgte.

Zu „Jupps rollendem Hühnerpark“ zählte im kleinen Anhänger sogar ein Reservehahn, hätte ja sein können, dass der Haupthahn bei so viel Action in und um den fahrenden Hänger herum doch mal schlapp hätte machen können.

Einen schönen Hingucker im herrlichen Mützenicher Erntedankzug bildete diese Gänseschar. Der Gänsehirte ging her, und streute immer wieder Futterkörner aus, so dass die Tiere zufrieden, friedlich und auf das Futter fixiert durch die Reihen liefen. Foto: Gudrun Klinkhammer

Schön anzusehen waren auch mehrere Bienenwagen, einer davon ausstraffiert von Bernd Steffens und seiner Crew. Bienenkörbe, Blumen, Honig, Waben und Imkerwerkzeug wie Schleuder und Wachspresse rollten mit.

Die Vennfüchse, das sind Manuela und Gerd Völl. Sie hatten diverses Federvieh im Gepäck, darunter die 15-Jährige Gans Jolanthe, die bereits seit sieben Jahren als Dauergast am Mützenicher Erntedankzug teilnimmt.

Der Druide rührte während des Zuges seelenruhig in einem großen Topf herum, der eine Seifenblasenmaschine beinhaltete. Foto: Gudrun Klinkhammer

Weitere Themen, die von den diversen Gruppen verarbeitet und entsprechend präsentiert wurden, waren der Milchautomat, der Glücksschmied mit sehr eindeutig zweideutigen Accessoires, das Holz vor der Hütt’n, Kartoffeln, Kürbisse, Eier und Els.

Immer wieder wurden den unzähligen Besuchern am Wegesrand Leckereien auf die Hand angeboten, sei es ein kleiner Reibekuchen, ein Stück Spanferkel oder auch ein guter Tropfen. Kindern wurden Waffeln gereicht. Gerne nahmen die Gäste diese Köstlichkeiten an. Nachdem der Zug ausgeklungen war, ging die Party in einem 2000-Personen-Zelt noch munter weiter. Danach konnte das Erntejahr 2018 dann zufriedenstellend und in allen Ehren wirklich und wahrhaftig abgehakt werden.