Eicherscheid: Grand-Prix in der Seifenkisten-Hochburg

Eicherscheid: Grand-Prix in der Seifenkisten-Hochburg

In Deutschland haben sich, nur von Insidern registriert, einige winzige Orte zu gewaltigen Hochburgen im motorlosen Autorennsport entwickelt. Billerbeck im Münsterland etwa, Mettingen am Teutoburger Wald, die Moselidylle Klüsserath oder, nicht zuletzt, Eicherscheid.

Fast 60 junge Fahrer, überwiegend aus diesen Orten wie aus dem Großraum Rheinschiene, trafen sich Pfingstsonntag zum traditionellen Grand Prix im Rahmen des Deutschen Seifenkisten-Derbys in Eicherscheid. Ihre Boliden starteten und kamen auf der Bachstraßenpiste des Golddorfes auf sausenden Pneus ins Ziel, und zwar in den Disziplinen Open-Klasse, Elite XL, Junioren, Senioren und XL über 18.

Die Organisation des Spektakels lag einmal mehr in Händen der Eifeler Seifenkistenfreunde. Diese bilden eine Abteilung des SV Germania Eicherscheid und werden von Renate Roeben und ihrem Rennstall-Team mit großem Erfolg geführt. Die einheimischen Piloten erwiesen sich als gastfreundliche Gegner; überließen sie doch die weitaus meisten Spitzenränge, Pokale und Siegestrophäen ihren oft von weither angereisten Sportkameraden.

Treppchen und Platzierungen

Zwei Eescher Lokal-Matadoren allerdings glückte die Ausnahme, sie fuhren aufs Treppchen der drei Besten: Frank Roeben siegte in der Klasse XL ü18, sein zwölfjähriger Mannschafsgefährte Roman Lutterbach wurde bronzener Dritter bei den Senioren. Folgende Eicherscheider High-Tec-Steuerer schafften Platzierungen unter den ersten zehn Kandidaten: Maurice Förster, Eric Lutterbach (beide Seniorensparte), Nicolas Nießen (Elite XL), Marvin Isaac, Patrick Meyer (beide XL ü 18).

Im übrigen Klassement hatten die westfälischen Sportkameraden in den entscheidenden Duellen Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau, der Konkurrenz die Radbreite voraus. Michael Schmidt (Con-Action) siegte in der offenen Klasse vor Frank Gerigk-Lorenz aus Overath. Allein in der Senioren-Disziplin ergatterten die schnellen Flitzer aus Westfalen elf von 15 Positionen. Das Mettinger Pisten-Ass Pia Zaruba war nicht zu stoppen und zeigte ihren Rivalen das Heck ihrer sieggewohnten High-Speed-“Kiste“.

Das gelang auch Pias Mettinger Landsmann in der Sparte Elite XL, Dominik Leismann, ebenso der Mannschaftsgefährtin Romy Freudenstein. Das Fahrerfeld rollte den ganzen Sonntag lautlos und bei schier winterlichen Temperaturen, ständig drohenden schwarzen Wolken fast immer davon.

Fleißige Helfer in der Kälte

Gleichwohl konnten die lokal ausrichtenden Seifenkistenfreunde die Siegerehrung, wie gewohnt, an der Festhalle Tenne durchführen. Klaus und Marion Nießen dankten bei Urkunden- und Preisvergabe den fleißigen Helfern und Streckenposten „Die hatten es nicht leicht, heute hätten die Teilnehmerinnen fast Schlitten fahren können“, so Klaus Nießen.

Auch anerkannte der Moderator die Einsatzbereitschaft einer mobilen DRK-Equipe und bat „unsere Nachbarn entlang der Bachstraße um Verständnis für unser spannendes Hobby, sie haben uns und unser Veranstaltungs-Spektakel wieder geduldig ertragen“. Nießen erinnerte zu guter Letzt an den Präsenzwillen aller Aktiven: „Was wäre ein Seifenkistenrennen ohne seine wichtigsten Akteure, die Jungs und Mädchen am Volant ihrer rasenden Kisten?“

(M. S.)