Eifel: Glossiert: Auch ein Maibaum braucht seine Zeit

Eifel: Glossiert: Auch ein Maibaum braucht seine Zeit

Auch die regnerische Mainacht 2016 konnte Jungs und Mädels nicht davon abhalten, die gute alte Mai-Tradition zu pflegen, zumal das Schaltjahr beide Seiten diesmal herausforderte, stattliche Birken und liebevoll mit Krepprosen gestaltete Riesenherzen durch die Nacht zu schleppen.

Die Traktoren mit Ladekarren hatten ihren großen Einsatz, und überall in den Eifeldörfern herrschte Schwerverkehr. Angesichts dieser auch nicht zu überhörenden Aktivitäten versank am Samstagabend eine Eifeler Mutter in nostalgische Erinnerung und meinte mit belegter Stimme gegenüber ihren beiden hochaktiven Söhnen, die gerade damit beschäftigt waren, die mindestens acht Meter lange Riesenbirke auf dem Gespann zu verzurren, dass sie ja von ihrem Ehemann damals leider nie einen Maibaum bekommen habe.

Als die gute Mutter dann abends von einem netten Abend mit ihrer besseren Hälfte aus einem Restaurant nach Hause zurückkehrte, wackelten ihr im Wind neben der Haustür gleich zwei niedliche kleine Maibäumchen mit bunten Flatterbändern entgegen. Die emotionale Überwältigung bei diesem Anblick lässt sich in Worten kaum beschreiben, selbst wenn es dabei nur um die Resteverwertung der XXL-Birke handelte. Man soll eben die Hoffnung nie aufgeben. Auch ein Maibaum braucht manchmal seine Zeit.

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