Roetgen: Glasverbot in Roetgen an Fettdonnerstag

Roetgen : Glasverbot in Roetgen an Fettdonnerstag

Wer am Fettdonnerstag in Roetgen rund um das Festzelt auf dem Wervicq-Platz Karneval feiern möchte, sollte Flaschen, Gläser und andere Behältnisse aus Glas besser zu Hause lassen. Mit einer Allgemeinverfügung hat der Bürgermeister der Gemeinde Roetgen, Jorma Klauss, nämlich ein Glasverbot ausgesprochen.

Dieses gilt von Donnerstag, 8. Februar, 8 Uhr, bis Freitag, 9. Februar, 8 Uhr, im Bereich des Neumarker Weges und der Hauptstraße ab Einmündung Rosentalstraße bis zur Einmündung der Lammerskreuzstraße einschließlich des Marktplatzes. „Wer dort dennoch mit Glasbehältnissen angetroffen wird, muss damit rechnen, dass sie ihm von Kräften des Ordnungsamtes, des Sicherheitsdienstes und voraussichtlich auch der Polizei abgenommen werden“, sagt der Leiter des Ordnungsamtes, Dirk Recker.

Das Glasverbot wurde nach vorheriger Abstimmung zwischen Ordnungsamt, Karnevalsgesellschaft, Polizei, Streetworkern und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) beschlossen. „Das Ziel ist, dass alle friedlich Karneval feiern können“, sagt Recker. Der erweiterte Bereich um das Festzelt habe sich in der Vergangenheit als Hauptanziehungspunkt für die zumeist jugendlichen Feiernden erwiesen. Dabei würden regelmäßig Getränke aus Glasbehältnissen konsumiert, die vielfach von den Feiernden mitgebracht würden. Eine ordnungsgemäße Entsorgung unterbleibe aber häufig.

„Ein sehr hoher Anteil der Flaschen wurde achtlos auf den Boden geworfen oder abgestellt, wo sie durch die Feiernden — versehentlich oder absichtlich — weggetreten wurden und zersplitterten. Der vermehrte Alkoholgenuss steigert zudem bei diesen Veranstaltungen erfahrungsgemäß die Gewaltbereitschaft der Besucher und Besucherinnen, mit der Folge möglicher, erheblicher Verletzungen bei den Betroffenen und Unbeteiligten“, heißt es in der Allgemeinverfügung zum Verbot.

„Milderes Mittel besteht nicht“ Die Erfahrungen der Jahre 2016 und 2017 hätten gezeigt, „dass die bestehenden intensiven Maßnahmen selbst in enger Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, dem Ausschankbetreiber und verschiedener Behörden nicht ausreichen, um die gegenwärtigen Gefahren durch Gläser, Glasflaschen und Scherben zu verhindern“. Das Verbot sei geeignet, um Gefahren für die Feiernden, Einsatzkräfte und unbeteiligte Dritte durch Flaschen, Gläser, und Glasscherben in dem zu Altweiberdonnerstag stark frequentierten Bereich um das Festzelt abzuwehren und somit einen Beitrag zu ihrer körperlichen Unversehrtheit zu leisten.

„Ein milderes Mittel zur Erreichung dieses Zweckes besteht nicht. Aufklärungsmaßnahmen gegenüber den Besuchern und die Erweiterung der Entsorgungsmöglichkeiten führen nach einvernehmlicher Beurteilung von Polizei und Ordnungsamt bei den häufig alkoholisierten Besuchern nicht zum Erfolg“, heißt es in der Verfügung. Die Beeinträchtigung sei jedoch geringfügig, weil die Möglichkeit verbleibe, Getränke in alternativen Behältnissen, etwa aus Kunststoff, mitzuführen und zu konsumieren.

Zudem wird das Areal um das Festzelt im Bereich der Turnhalle der Grundschule und den Tennisplätzen abgeriegelt. In diesem Zusammenhang wird auch der Eingangsbereich zum Festzelt verlegt. „Das geschieht, um die Situation besser im Griff zu haben und bessere Voraussetzungen für die Feiernden zu schaffen“, sagt Dirk Recker. Auch der DRK-Bereich wird in diesem Jahr von Sicherheitskräften überwacht, „da es in der Vergangenheit auch dort zu Schwierigkeiten mit alkoholisierten Personen gekommen ist“, erläutert der Leiter des Ordnungsamtes.