Steckenborn: Glasfaser-Ausbau: „Fiber to the home“ bei Freigetränken

Steckenborn: Glasfaser-Ausbau: „Fiber to the home“ bei Freigetränken

Wieviel MBit/s braucht der Mensch? Schnelle Internetverbindungen und zügige Datenübertragung sind heute für viele Bürger bare Münze. Das weiß auch die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser, die aktuell mit einem strategisch aufwendig angelegten Werbefeldzug in den Gemeinden Simmerath und Roetgen unterwegs ist und die Bürger für ihr „ultraschnelles Internet“ gewinnen möchte.

Der Wunsch in der Bevölkerung nach komfortabler und flotter Datenübertragung ist offenbar stark ausgeprägt, denn der 2011 gegründete Netzanbieter mit Sitz im westfälischen Borken fällt mit seinem Angebot in der Eifel auf fruchtbaren Boden.

Aktuell wird das Gebiet der Gemeinde Simmerath beackert. Zu den Infoveranstaltungen der Deutschen Glasfaser kommen die Bürger in Scharen. Es gibt Freigetränke und ein gut verdaulich aufbereitetes Infopaket über die Möglichkeiten eines privaten FTTH-Glaserfaseranschlusses („Fiber to the home“) bis ins Haus.

Aktuell läuft die Phase der sogenannten „Nachfragebündelung“, denn erst wenn 40 Prozent eines Ausbaugebietes das neue, schnellere Netz nutzen möchten, wird der für die Nutzer kostenfreien Ausbau überhaupt gestartet.

Nachfragebündelung

Zu den bisherigen acht Infoveranstaltungen kamen jeweils rund zehn Prozent der potenziellen Anschlussnehmer. Zur jüngsten Präsentation in den Saal Stollenwerk nach Steckenborn zog es fast 100 Interessierte; 610 potenzielle Anschlüsse gibt es in Steckenborn. Mit 244 Verträgen wäre die erforderliche 40-Prozent-Quote erreicht. Käme es zum Ausbau, müssten neun Kilometer Trasse hergerichtet und 732 Kilometer Glasfaser verlegt werden. Allein für Steckenborn würden Ausbaukosten von rund 950.000 Euro anfallen.

Projektmanager Dennis Schiefke erläuterte routiniert und informativ das Vorhaben, in der Gemeinde Simmerath ein komplett neues Netz zu verlegen, von dem 97 Prozent aller Haushalte profitieren könnten.

Glasfaserkabel liegen übrigens bereits in allen Ortsteilen, aber nur bis zu den Verteilstationen. Das letzte Stück zu den Hausanschlüssen führt noch über Kupferkabel, die mit größer werdender Entfernung ihre Leistung abbauen. Auch wirbt die Deutsche Glasfaser damit, dass ein verbesserter Breitbandanschluss inzwischen eine wichtige Komponente auf dem Immobilienmarkt darstellt. Dennis Schiefke sprach von einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 3000 Euro für eine Einfamilienhaus.

Weitere Serviceleistungen des Unternehmens wurden den Bürgern schmackhaft gemacht, wie die Übernahme der Kündigung der Altverträge und das Versprechen, dass doppelte Kosten für Verträge ausgeschlossen werden.

Auch wenn die Deutsche Glasfaser in der Region noch kein vertrauter Name ist, nimmt Schiefke aus den bisherigen Veranstaltungen den Eindruck mit, „dass wir als seriöser Anbieter wahrgenommen werden“.

Die Hausanschlüsse erfolgen kostenlos bei Abschluss eines Vertrages bis zum 3. Juli 2017. Der Termin dürfte je nach Nachfragebündelung aber noch flexibel sein. Wer sich später für Glasfaser entschließt, muss die Ausbaukosten selbst tragen. Im günstigsten Fall wären das mindestens 750 Euro.

3 von 40 Prozent bisher erreicht

Bislang ist in der Gemeinde Simmerath eine dreiprozentige Quote erreicht worden, was für die Deutsche Glasfaser zum jetzigen Zeitpunkt durchaus im Rahmen des Üblichen liegt.

„Der Gemeinde Simmerath wäre an einer Versorgung aller 16 Orte gelegen“, räumte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns bei der Infoveranstaltung ein, auch wenn das Gemeindegebiet bei der Breitbandversorgung „gar nicht so schlecht aufgestellt ist“. Ein kompletter Ausbau wäre „ein Quantensprung“ für Simmerath, Daher unterstütze die Verwaltung auch die Deutsche Glasfaser bei ihrem Vorhaben.

In Steckenborn stieß der Netzanbieter anscheinend auf offene Ohren, denn die ersten Verträge wurden noch am Abend unterzeichnet.

(P. St.)