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Simmerath: Gewinn im Gemeindewald schrumpft

Simmerath : Gewinn im Gemeindewald schrumpft

Nach satten, dreistelligen Gewinnen in den beiden vergangenen Wirtschaftsjahren fällt der erwartete Überschuss des Simmerather Gemeindewaldes im kommenden Jahr deutlich geringer aus.

Dies zumindest sieht der Forstwirtschaftsplan 2005 vor, den Gemeindeförster Dietmar Wunderlich nun im Umweltschutz-, Agrar- und Forstausschuss vorstellte.

Laut Kalkulation stehen den Einnahmen von 559.070 Euro Ausgaben von insgesamt 531.120 Euro gegenüber, so dass sich ein Plus von 27.950 Euro ergibt. In der Veranschlagung für das laufende Forstwirtschaftsjahr 2004 erhofft sich die Gemeinde einen Überschuss von 175.702 Euro, im Rechnungsergebnis 2003 fiel der Gewinn mit 127.781 Euro ebenfalls sehr positiv aus.

Grund für den Gewinnrückgang ist die deutlich verringerte Einnahmenseite, hier insbesondere die angesetzten Erlöse aus dem Holzverkauf. Knapp 410.000 Euro erbrachten die Holzeinschläge des Jahres 2003, im zu Ende gehenden Jahr werden es laut Ansatz über 430.000 Euro.

Im kommenden Jahr werden es, so sieht es der Forstwirtschaftsplan vor, nur 395.000 Euro sein. Nach dem Hauungsplan ist Holzeinschlag in einer Größenordnung von 11.145 Festmeter vorgesehen - rund 1000 Festmeter weniger als im laufenden Jahr.

Damit sei, so Dietmar Wunderlich, dem Grundsatz der nachhaltigen und umweltschonenden Bewirtschaftung Rechnung getragen, zu dem sich die Gemeinde im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens verpflichtet habe.

Noch deutlicher ist der Einnahme-Rückgang bei den Nutzungsentschädigungen. Entschädigungen aus Maßnahmen im Interreg III-Projekt „Heide, Moore, Wiesen” wurden „wegen der aufgetretenen Verzögerungen in der Abwicklung des Förderantrags aus Gründen der Planungssicherheit für 2005 nicht veranschlagt”, heißt es im Forstplan 2005.

Bürgermeister Hubert Breuer drückte es am Donnerstag im Forstausschuss deutlicher aus: „Der Mindererlös ist auch damit zu begründen, dass die Biologische Station nicht aus den Füßen gekommen ist”, so Breuer.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies beim Posten „Pachteinnahmen und Nutzungsentschädigungen” eine „Mini-Einnahme” von 1430 Euro gegenüber 153.000 Euro im Ansatz für 2004. Immerhin werden die Einnahmen aus der Jagdpacht im kommenden Jahr mit kalkulierten 139.700 Euro etwas höher liegen als in den Vorjahren.

Auf der Ausgabenseite sind natürlich die Personalkosten der dickste Posten, knapp 400.000 Euro sind an Dienstbezügen für Beamte, Arbeiterlöhnen sowie Beiträge zu Versorgungskasse, Sozial- und anderen Versicherungen sowie Beihilfen zu bezahlen. Der Einsatz von Fremdfirmen in der Holzernte ist mit 35.000 Euro veranschlagt, für Neuanpflanzungen, Bestandsschutz und Waldschutz sind 6600 Euro kalkuliert.

Die Unterhaltung von Waldwegen ist im Forstwirtschaftsplan 2005 mit 27.000 Euro angesetzt, größte Aufgabe wird hier die Sanierung eines rund einen Kilometer langen Weges im Buhlert sein.

Bruno Löhrer (CDU) fragte an, ob man das große Wegenetz auf Dauer erhalten könne, wenn jährlich nur eine größere Maßnahme angesetzt werde. Dietmar Wunderlich aber konnte den Straucher Abgeordneten beruhigen: „Das Wegenetz ist weitgehend in gutem Zustand. Wir können uns auf die blockweise Instandsetzung der Hauptwege konzentrieren”, möchte der Forstbetriebsbeamte sich lieber einzelne größere Maßnahmen vorknöpfen statt sich in kleinen Flickmaßnahmen an den Waldwegen zu verzetteln.

Hubert Breuer erinnerte daran, dass dies der erste Forstwirtschaftsplan in Eigenregie und nach Ablösung vom Staatlichen Forstamt Hürtgenwald sei und dankte dem Forstbetriebsbeamten Dietmar Wunderlich sowie Kämmerer Edmund Kreutz und der Verwaltungsangestellten Elisabeth Nießen für ihre Arbeit. Der Forstwirtschaftsplan 2005 wurde von allen Fraktionen gebilligt.