Gewerbegebiet Imgenbroich: Tierfütterung am Bioabfall-Container

Tierfütterung am Bioabfall-Container : Bürger beklagen „ekelerregende Zustände“ im Gewerbegebiet

Donnerstags ist Bioabfall-Tag am Entsorgungszentrum Süd (ELC) in Imgenbroich. Das aber scheint manche Zeitgenossen nicht sonderlich zu interessieren: Sie setzen, werfen und hängen ihren gesammelten Biomüll auch an anderen Wochentagen an den bereitgestellten, außerhalb der Öffnungszeiten verschlossenen Container. Am liebsten in Plastiktüten.

Das freut Vögel, Ratten und anderes Getier, verärgert jedoch Bürger wie Dirk Zimmermann aus Imgenbroich, der jüngst „ekelerregende Zustände“ rund um den Bioabfall-Container beklagte. Mit einem Umsetzen des Behälters versucht die Stadt Monschau nun, das Problem in den Griff zu bekommen.

„Ich bin oft in China, aber so etwas habe ich dort noch nie gesehen. Bei der Bioabfall-Sammlung fliegen die Vögel fleißig auf den Müll und ernähren sich vom Abfall, letzte Woche habe ich sogar zwei Ratten dort gesehen. Tolle westeuropäische Zustände!“ schrieb Dirk Zimmermann an die Stadt Monschau und hinterfragte die Zuständigkeit für die Sammlung.

Der Bioabfall-Container steht seit einigen Tagen am Streusalzsilo zwischen dem ELC Süd und der DHL-Niederlassung. Foto: Heiner Schepp

Diese liegt vor Ort bei der Stadt Monschau, die wiederum das Sozialwerk Eifeler Christen mit der Pflege aller Container-Standorte betraut hat. An den Sammeltagen werden die anliefernden Bürger zumindest zeitweise unterstützt, eine Beaufsichtigung der Container an anderen Tagen und zu anderen Zeiten ist aber naturgemäß nicht zu leisten. Auch das Personal des ELC nebenan hat an den drei Öffnungstagen genug zu tun und kann die Bioabfallsammlung nur sporadisch kontrollieren.

Vor allem an warmen Tagen ist die Nutzung des Containers geruchstechnisch und wegen der Wespen keine helle Freude. Wohl deshalb pfeffern manche Anlieferer ihren Bioabfall einfach samt Plastiktüte in den Container. Foto: Heiner Schepp/Picasa

„Wir haben den Bioabfallcontainer vor einigen Tagen zum Salzsilo, etwa 50 Meter unterhalb des bisherigen Standortes in der Straße ‚An der Höckerlinie‘ versetzt und hoffen, das Problem der Ablagerung von Bioabfall außerhalb der Öffnungszeiten des Bioabfall-Containers abstellen zu können. Dies soll durch häufigere Kontrollen und auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung geschehen“, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter dazu. Die regelmäßigen Kontrollen erfolgen durch den Bauhof der Stadt Monschau.

„Es wäre bedauerlich, wenn durch das Fehlverhalten einiger weniger das Entsorgungsunternehmen auf die Einführung der Biotonne bei uns drängen würde“, so die Bürgermeisterin. Zurzeit kalkuliere die Verwaltung den Kostenvergleich zwischen Containerlösung und einer Biotonne, sagt sie. „Desweiteren prüfen wir, in welchem Verhältnis Eigenkompostierung und Anlieferung Biocontainer der Haushalte Konzen und Imgenbroich zu den anderen Orten steht. Es gibt ja unter anderem die Anregung, den Biocontainer zwei Mal wöchentlich aufzustellen, da bei der Sammlung zwei Ortschaften zusammengefasst sind.“

Ob die zunächst ergriffenen Maßnahmen künftig eine wilde Biomüllkippe und ungewollte Tierfütterung im Gewerbegebiet verhindern, müssen die nächsten Wochen zeigen.

Auf dem Entsorgungszentrum Süd selbst jedenfalls gibt es nach den Worten von Regina Brück, Teamleitung Kundenberatung und Öffentlichkeitsarbeit der AWA Entsorgungs GmbH, „keinerlei Anhaltspunkte, dass dort Tiere wie Ratten oder Füchse sich aufhalten. Hier werden alle Abfälle und Wertstoffe in 40 Kubikmeter-Containern mit Deckel aufbewahrt, lediglich der Grünschnitt, also Ast-, Strauch-, und Rasenschnitt werden in einer Schüttbox abgekippt, aber regelmäßig abgefahren“, erklärt die AWA-Sprecherin.

Am alten Containerstandort "An der Höckerlinie" weist ein Aushang auf den neuen Platz am Streusalzsilo, ein paar Meter unterhalb vom ELC hin. Foto: Heiner Schepp

Das Entsorgungszentrum Süd ist seit Oktober 2013 in Betrieb. Kontinuierlich nehmen die Nutzerzahlen zu. 2018 haben fast 48.000 Anlieferer die Möglichkeit genutzt, ihre Abfälle und Wertstoffe abzugeben. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2015 schon einmal die Öffnungszeiten auf drei ganze Tage verlängert. „Um die Stoßzeiten weiter zu entschärfen, plant die AWA Entsorgung GmbH, ab 2020 einen weiteren Tag zu öffnen“, so Regina Brück. Im Gespräch sei eine zusätzliche Öffnungszeit am Freitag, sagt sie.

(hes)
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