Kalterherberg: Gesprächsbedarf: Thema Grundschule dominiert

Kalterherberg: Gesprächsbedarf: Thema Grundschule dominiert

Der Informations- und Besprechungsabend, zu dem Bürgermeisterin Margareta Ritter und Ortsvorsteher Norbert Rader die Kalterherberger in den Proberaum der Musikvereinigung eingeladen hatten, ist von der Bevölkerung gut angenommen worden.

Als Ortsvorsteher Norbert Rader die Veranstaltung eröffnete, waren alle Stuhlreihen besetzt. Für einzelne Nachzügler blieben nur noch Stehplätze übrig. Es hatte sich jede Menge Informations- und Gesprächsbedarf angestaut, wie sich im Laufe des Abends zeigen sollte.

ÖPNV und Friedhofssatzung

Die Bürgermeisterin sprach zunächst den Personennahverkehr an. Der „Netliner“ geht Ende des Monats an den Start. Ziel der Testphase des Netliners soll es sein, neben dem Linienverkehr einen möglichst effektiven Bedarfsverkehr zwischen den einzelnen Orten sicher zu stellen.

Dabei soll der Kunde am nächstgelegen Haltepunkt abgeholt und zum Ziel gebracht werden. Es bleibt zunächst offen, wieweit der Bedarfsverkehr zu festen Zeiten fährt oder nur nach Bedarf. Zu besorgten Einwänden aus dem Publikum versicherte die Bürgermeisterin, die Anbindung der bestehenden Linien an den Verknüpfungspunkt in Imgenbroich bleibe bestehen.

Von dort gehen voraussichtlich ab 2017 Busse im Halbstundentakt nach Aachen. Für den Berufspendler und die Schüler wird es weiterhin Linienverkehr geben. In der Testphase des Netliners werden zwei Busse mit 18 Sitzen eingesetzt.

Die im Entwurf vorliegende neue Friedhofssatzung kam auch zur Sprache. Die Vorarbeiten dazu haben sich drei bis vier Jahre hingezogen. Neben den bisher bekannten Formen der Bestattung erweitert sich das Angebot. Es werden mehrere Formen der Urnenbestattung zusätzlich angeboten. Dazu kommen noch weitere Formen der anonymen Bestattung.

Zu den neuen Angeboten der Bestattungsformen gab Ortsvorsteher Norbert Rader Informationsmaterial an die Besucher aus. Zu Fragen der neuen Friedhofsordnung verwies die Bürgermeisterin auf die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung. An diesem Abend kam lediglich die Anfrage, ob die Sargbestattung auch in einem Rasenfeld möglich sei. Das wird es mit Rücksicht auf die Folgekosten nicht geben. Dafür ist aber demnächst möglich, das Grab mit Platten ganz abzudecken.

Als nächstes Thema behandelte die Bürgermeisterin Fragen zur belgischen Reaktoranlage in Thihange. In Kürze werden Jod-Tabletten bei den örtlichen Feuerwehren vorgehalten. Dies geschieht vorsorglich für einen hoffentlich nie eintretenden Störfall in der Anlage. Zum Einsatz der Tabletten im Ernstfall blieben viele Fragen offen. Das gilt auch für Einsatzmöglichkeiten zum Schutz der Bevölkerung im Ernstfall. Die Bezirksregierung in Köln ist beauftragt, dazu einen Szenario-Plan zu erarbeiten.

Das beherrschende Thema des Abends war die Folgenutzung der Grundschule. Die Grundschule wird 2017 schließen. Damit steht immer aktueller die Frage an, in welcher Form das Gebäude demnächst genutzt werden soll. Teile der Schule werden bereits heute von den Ortsvereinen genutzt. Bei den Vereinen besteht Einigkeit darin, als Folgenutzung nicht nur ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen zu lassen. Vielmehr soll das Gebäude um ein Aktivkompetenzzentrum erweitert werden und so eine nachhaltige Nutzung für den Ort erfahren.

Investition in den Tourismus

In seinem Statement zur Dorfentwicklung stellte Ortsvorsteher Norbert Rader im Kernpunkt fest, Ortskartell und interessierte Bürger hätten sich zu einem Initiativkreis Dorfentwicklung zusammengeschlossen und dafür ausgesprochen, den Baustein drei, nämlich das Aktivkompetenzzentrum Kalterherberg, mit der Tourismusstrategie 2020 der Städteregion Aachen planerisch auf den Weg zu bringen.

Für den Initiativkreis trug Arne Kreuzinger-Janik den Stand der Überlegungen vor. Neben dem Radsport sollen auch andere Angebote mit einbezogen werden. Eine Machbarkeitsstudie zum Radkompetenzzentrum liege bereits vor. Wie das Projekt weiter entwickelt werden soll, wird in nächster Zeit mit der Städteregion abgeklärt. Nach den Gesprächen bei der Städteregion soll in der Vereinshalle eine Informationsveranstaltung für die gesamte Bevölkerung folgen.

Die Bürgermeisterin ergänzte noch, nach dem Verlust der Grundschule sei Kalterherberg ein Ort, in dem vorrangig in die touristische Infrastruktur investiert werden müsse. Dabei habe der Ort die volle Unterstützung der Verwaltung. In einem ersten Schritt soll das Radkompetenzzentrum weiter verfolgt werden und auch die Frage des Aktivkompetenzzentrums weiter entwickelt werden.

Arne Kreuzinger-Janik mahnte an, alle Überlegungen zur Dorferneuerung müssten alsbald in einem Antrag gebündelt werden, um Mittel aus der Tourismusstrategie 2020 zu erhalten. An diesem Abend waren sich alle einig, das angestrebte Projekt weiter intensiv voranzutreiben.

Schlusspunkt des Abend waren Beschwerden über den Winterdienst. Aus fast allen Teil des Ortes gab es dazu Beschwerden. Die Bürgermeisterin will den Beschwerden nachgehen, nahm aber vorab den Winterdienst des Landesbetriebes in Schutz. Der habe im Rahmen seiner Möglichkeiten alles getan, um ein Schneechaos zu verhindern. Wieweit Abhilfe zu vorgebrachten Beschwerden möglich sein wird, blieb offen.

(fm)
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