Eicherscheid/Nordeifel: Gespann-Führerschein: Neue Kutscher geprüft

Eicherscheid/Nordeifel: Gespann-Führerschein: Neue Kutscher geprüft

„Mindestens 25 Mal“, zählte Hans-Willi Schophoven, habe er in den vergangenen 25 Jahren Freunde des Pferde-Fahrsports als Verkehrsteilnehmer fit gemacht. Und das auf reizvollen, fast autofreien Strecken im ländlichen Raum wie im hektischen Großstadtgewühl.

Die Lenker auf dem Bock müssen, wie ihre Rösser, während eines sechswöchigen Lehrgangs lernen, auch in brenzligen Situationen Ruhe und Übersicht im Umgang von Zwei- und Vierbeinern miteinander zu bewahren, selbst wenn Ampellichter grell blinken, Autos hupen und Motoren heulen, Bremsen quietschen, der Asphalt einer Eisbahn gleicht oder Hardrock-Lärm aus so manchem Pkw dröhnt.

Vergangenen Sonntag bestanden erneut 14 männliche wie weibliche Kandidaten auf Schophovens Schulungsstätte ihre Prüfungen im Gespann-Fahren. Vier pferdegezogene Karossen rollten mit fröhlichem Hufgetrappel und herausgeputzter Besatzung durch das Bundesgolddorf.

Immer Richtung Lizenz-Erteilung. 300 Männer, Frauen und Jugendliche, registrierte Fahrlehrer Schophoven, hätten unter seiner Ägide bereits den Kutschenführerschein erworben, „sie stammten überwiegend aus dem Rheinland und den Benelux-Staaten“.

Sonntag händigte Ausbilder Schophoven, Inhaber zahlreicher Meistertitel in Gespann-Fahrdisziplinen, den erfolgreichen Absolventen ihre Prüfungszertifikate aus. Vier Kursteilnehmer erwarben den Basispass, sechs das Fahrabzeichen Klasse 5.

Seine Kriterien sind anspruchsvoll. Die Testfächer, etwa absolutes Verhalten im Straßenverkehr, Ein- und Ausspannen und sichere Fahrweise, müssen von den Anwärtern aus dem Effeff beherrscht und in der Praxis angewandt werden.

Schließlich wurde vier Aspiranten das Dressurabzeichen Klasse A zuerkannt. Als Wertungsrichter fungierten auf dem sonnenüberfluteten Eifelparcours Michael Straeten aus Heinsberg und Bettina Stoffers (Bergisch-Gladbach). Beide lobten den Fahrstall Schophoven: „Wer bei ihm besteht, kutschiert mit Sicherheit gut.“

(M. S.)
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