Monschau/Simmerath: Gemeinsames Schwimmbad vom Tisch?

Monschau/Simmerath: Gemeinsames Schwimmbad vom Tisch?

Wer gehofft hatte, dass ein Gespräch der Verwaltungsspitzen aus Monschau und Simmerath die Chancen auf ein gemeinsames Schwimmbad der beiden Nordeifel-Kommunen erhöht, ist jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen.

„Für ein gemeinsames Schwimmbad an zentraler Stelle sind derzeit keine signifikanten Vorteile erkennbar”, ließen Bürgermeisterin Margareta Ritter (Monschau) und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (Simmerath) als Quintessenz eines eines mehrstündigen Gespräches verlauten, an dem auch die Vereinsvorsitzenden der Hansa Simmerath, Manfred Abel und der Tura Monschau, Klaus Förster, teilnahmen.

Damit sind die Chancen auf ein gemeinsames Projekt gesunken, auch wenn noch einmal gerechnet werden soll. In dem Gespräch wurde vereinbart, dass die ausgetauschten Zahlen kurzfristig konkretisiert werden sollen. Erst dann sei es möglich, „die finanziellen Folgen für die beiden Kommunen vollständig und in allen Facetten bewerten zu können”, heißt es weiter in einer gemeinsamen Erklärung. Bei dieser Rechnung gelte es, neben Investitions- und Folgekosten auch Fragen der Zuwendung, Rückzahlungsverpflichtungen und Grunderwerb zu beleuchten.

In der Sitzung des Monschauer Bauausschusses informierte Bürgermeisterin Ritter aktuell über das Gesprächsergebnis, und ging dabei auch auf die vielen Fragen „mobilisierter Bürger” an die Verwaltung zu einem gemeinsamen Schwimmbad ein.

Deshalb werde man auch „das Szenario” einer gemeinsamen Halle durchrechnen, selbst wenn beide Seite derzeit „keine Lösung sähen, um ein gemeinsames Schwimmbad zu projektieren.” Es sei aber wichtig, dass die Bürger, die sich mobilisierten, „uns auch glauben.”

Auch Bürgermeister Hermanns („Es war eine sehr intensive Beratung”) informierte am Dienstagabend den Simmerather Hauptausschuss kurz über das Ergebnis des zweieinhalbstündigen Gespräches im Rathaus Monschau.

Unterdessen meldete sich am Mittwoch eine „Monschauer Initiative” zu Wort, die zahlreiche Argumente für den bisherigen Standort des Vennbades in Monschau benennt. Dieser Initiative gehören unter anderem die beiden Monschauer Jugendherbergen, das Carat-Hotel, die Tura Monschau, das Ortskartell Monschau, Ortsvorsteher Georg Kaulen und CDU-Ratsherr Alexander Lenders an. Die Initiative nennt eine Reihe von Gründen für eine Schwimmhalle am jetzigen Standort im kleinen Laufenbachtal:

Die Förderkulisse sei mit einem Zuwendungsbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von zwei Millionen Euro und der Auslösung der Städteregion Aachen ebenfalls in Höhe von zwei Millionen Euro gesichert. Die Zuwendung gelte nur für den bisherigen Standort. Die Möglichkeit einer Umwidmung sei „höchst unsicher”.

Die Schwimmhalle am bisherigen Standort sei für die Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen fußläufig erreichbar. Bei der Wahl eines anderen Standorts würden in jedem Fall erhebliche Mehrkosten bei der Schülerbeförderung entstehen, heißt es weiter.

Für eine mögliche neue Schwimmhalle in Imgenbroich/Konzen gebe es noch kein Grundstück. Ein möglicher Grundstückserwerb und eine planerische Erschließung müssten erst vorgenommen werden.

Für Vennbad und Realschule sei eine gemeinsame Energieversorgung durch ein Blockheizkraftwerk vorgesehen. Würde die Schwimmhalle an anderer Stelle errichtet, müsste die Heizung der Realschule alleine saniert werden.

Ein Stopp der bisherigen, vom Rat beschlossenen Planung, würde nicht nur neue unproduktive Kosten produzieren, sondern auch das Verfahren bis zur Fertigstellung einer neuen Halle erheblich verlängern.

Zudem sei aus touristischer Sicht für die Monschauer Altstadt eine nahe gelegene Schwimmhalle unverzichtbar.

Nicht zuletzt sei die Kapazität einer gemeinsamen Halle bei den zahlreichen und wachsenden Angeboten von Schulschwimmen und Vereinsschwimmen aus beiden Kommunen schnell erschöpft. So habe die Gemeinde Simmerath nach Schließung des Vennbades kaum Stunden für das Monschauer Schul- und Vereinsschwimmen in Simmerather Halle zur Verfügung stellen können.

Nach wie vor eine andere Rechnung macht die IG Schwimmbad Nordeifel auf, die überzeugt davon ist, „dass ein gemeinsames Schwimmbad die beste Lösung ist,” sagte Kristina Merten von der IG Mittwoch auf Anfrage der Lokalredaktion. Auch werde man die Unterschriftensammlung fortsetzen; die Listen liegen in mehreren Geschäften aus.

Auf der Internet-Seite (http://www.schwimmbad-nordeifel.de) haben sich bisher 98 Besucher für ein gemeinsames Bad und 17 dagegen ausgesprochen.

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